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Traumatischer Schulanfang in Rheinland-Pfalz Busfahrer setzt Erstklässler an Endhaltestelle aus


Drei Erstklässler verpassten ihre Busstation, weil sie den Halteknopf nicht drückten. Die Mütter fanden ihre weinenden Kinder 15 Kilometer vom Wohnort entfernt. Der Fahrer muss Konsequenzen fürchten.

Weil sie angeblich nicht rechtzeitig den Halteknopf betätigten, hat ein Busfahrer in Rheinland-Pfalz drei Erstklässler an ihrem ersten Schultag rund 15 Kilometer zu spät aussteigen lassen. Statt in Rimsberg habe er die zwei Mädchen und den Jungen erst in Baumholder mit den Worten "Hier ist Endstation" abgesetzt und dann sich selbst überlassen, sagte der Vater eines der betroffenen Mädchen am Dienstag. Die Sechsjährigen seien dann "völlig aufgelöst und heulend" von den Müttern abgeholt worden, die ihre Kinder vermissten und die Strecke abgefahren waren. Die "Rhein-Zeitung" hatte über den Vorfall berichtet.

Die Kreisverwaltung Birkenfeld prüft derzeit mögliche strafrechtliche Konsequenzen gegen das Busunternehmen ORN Omnibusverkehr Rhein-Nahe GmbH in Mainz, das die Strecke zwischen Birkenfeld und Baumholder für den Kreis betreibt. "Wir haben eine Stellungnahme eingefordert", sagte der Dezernent für Nah- und Schulverkehr, Hans-Jürgen Brünesholz, in Birkenfeld. Die Eltern der Kinder forderten den Birkenfelder Landrat Matthias Schneider auf, den Busfahrer wegen Aussetzung von Schutzbefohlenen anzuzeigen.

"Wir finden es merkwürdig, dass der Busfahrer die Kinder rauswirft und sie völlig alleine lässt", sagte der Vater. Sie hätten weder Geld noch Handys dabei gehabt. Der Fahrer des Schulbusses hätte nach Ansicht der Eltern an allen vier Stationen der Linie halten müssen, um Kindern die Möglichkeit zum Aussteigen zu geben. In Rimsberg sei er einfach vorbeigefahren, berichtete der Vater, der zu diesem Zeitpunkt an der Haltestelle stand, um seine Tochter abzuholen.

mlr/DPA DPA

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