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USA Zweijähriger schießt mit halbautomatischer Waffe auf seine Eltern

Ein Polizeiabsperrband in den USA
Es gibt immer wieder tragische Berichte, in denen Kinder nach offen liegenden Waffen der Eltern greifen (Symbolbild)
© Frank Duenzl / Picture Alliance
In Maine verletzte ein Kleinkind bei einem tragischen Unfall sich selbst und seine beiden Eltern. Eine halbautomatische Waffe lag geladen und ungesichert auf dem Nachttisch im Schlafzimmer der Eltern. 

Es ist 7.58 Uhr am Mittwoch, als in der New Meadows Road 109 die Polizei eintrifft. Rettungskräfte und die Polizei wurden alarmiert, weil ein Zweijähriger sich eine offen herum liegende Waffe gegriffen und damit versehentlich auf seine Eltern geschossen hatte. Die neun Millimeter große, halbautomatische Waffe lag geladen und ungesichert auf dem Nachtkästchen im Schlafzimmer der Eltern, offenbar frei zugänglich. Der neugierige Junge sah sie und nahm sich die Waffe. Die genauen Umstände sind bisher noch ungeklärt, doch lösten sich dabei Schüsse. So traf er seine 22 Jahre alte Mutter ins Bein und den 25-jährigen Vater am Hinterkopf. Auch er selbst wurde durch den Rückstoß im Gesicht verletzt.

Keine lebensgefährlichen Verletzungen

Alle drei kamen ins Krankenhaus und konnten glücklicherweise behandelt werden, die Verletzungen waren nicht lebensgefährlich. Zudem war ein Säugling im Zimmer, der unbeschadet blieb. Der ermittelnde Sheriff von Sagadahoc County, Joel Merry, bemüht sich um Aufklärung: "Die Frage, wie der Junge in der Lage war, die Waffe aufzunehmen und abzufeuern, ist sehr besorgniserregend und wird untersucht", schrieb Merry in einer Erklärung. "Diese Situation ist zwar beunruhigend, hätte aber auch ein noch tragischeres Ende haben können. Wir sind dankbar, dass die Verletzungen nicht schwerwiegender waren."

Bisher wurde keine Anklage erhoben

Ein Vorfall wie dieser geschah in den USA tragischerweise nicht zum ersten Mal, allerdings noch nicht in diesem County. Auch deshalb erklärte der Sheriff, dass die Polizeistation kostenlose Abzugssperren anbiete. In Waterville, Maine, wurde ein Zweijähriger im Januar in seinem Elternhaus von Geschwistern erschossen. Auch hat Maine eine erschreckend hohe Suizidrate von Jugendlichen, viele davon mit Schusswaffen zu Hause.

Das führte zu erneuten Forderungen von Aktivistinnen und Aktivisten, dass Eltern strafrechtlich belangt werden sollten, wenn sie geladene Schusswaffen für Kinder zugänglich aufbewahren. So sagte Geoff Bickford, Geschäftsführer der Maine Gun Safe Coalition: "Lassen Sie uns klarstellen, dass dies keine zufällige Schießerei war. Es ist niemals ein Unfall, wenn ein Erwachsener sich entscheidet, eine geladene Schusswaffe ungesichert und an einem Ort liegen zu lassen, von dem er weiß oder wissen sollte, dass ein Kind darauf zugreifen kann."

Ein von den Demokraten getragener Gesetzesentwurf liegt bereits vor, der strafrechtliche Konsequenzen für Eltern fordert, wenn diese ihre zu Hause aufbewahrten Waffen für Kinder zugänglich aufbewahren. Dieser wurde jedoch noch nicht verabschiedet.

Quellen:  "New York Post" / "The Hill" / "Central Maine"

mkb

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