USA Alpenromantiker und Kriegsgegner


Bei Amerikanern ist das Deutschlandbild häufig noch durch die Verbrechen der Nazi-Zeit geprägt. Die meisten aber verbinden mit dem Land etwas ganz anderes: bayerische Folklore, zuverlässige Technologie und Luxusautos.

Entlang der Hauptstraße von Leavenworth schlendern Männer in Lederhosen und Frauen im Dirndlröcken. Aus einem Lokal in einem prächtigen Fachwerkhaus ist deutsche Volksmusik zu hören. Bratwurstduft erfüllt die Luft. Der kleine Ort liegt in den Bergen des US-Bundesstaates Washington, und er ist für Zehntausende amerikanische Touristen, die ihn jedes Jahr besuchen, die perfekte Inszenierung ihres Deutschlandbilds.

Zwischen bayerischer Folklore und zuverlässiger Technologie

Zwar ist es bei vielen Amerikanern noch immer durch die Verbrechen der Nazi-Zeit geprägt, aber die meisten verbinden Deutschland heute vor allem mit bayerischer Folklore, zuverlässiger Technologie und Luxusautos. So bemühen sich amerikanische Autohersteller in ihren Werbekampagnen immer wieder die Vorzüge ihres Wagens gegenüber einem deutschen BMW oder Mercedes herauszustellen.

Etwa 60 Millionen Amerikaner bezeichnen sich als deutschstämmig, und sie tragen mit ihrer Sympathie für die Heimat ihrer Vorfahren stark zu dem Deutschlandbild bei. So äußerten sich in der Vergangenheit die meisten Amerikaner stets positiv über Deutschland. Diese Einstellung hat durch die Haltung der Bundesregierung während des Irakkriegs allerdings gelitten.

Kein gutes Bild von Deutschland

So zeigen Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Gallup, dass viele Amerikaner den Deutschen ihre Haltung zumindest vorübergehend übel nahmen. Hatten im Februar noch über 70 Prozent der Befragten erklärt, sie hätten ein gutes Bild von Deutschland, so waren es Mitte März nur noch knapp 50 Prozent.

Thomas Müller DPA

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