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USA: Passanten lassen Unfallopfer liegen

Im US-Bundesstaat Connecticut haben Fußgänger und Autofahrer ein Unfallopfer auf der Straße liegengelassen. Aufnahmen von einer Überwachungskamera zeigen, dass der Mann von einem Auto überfahren wurde und keiner der Umstehenden ihm half.

Nach einem Unfall mit Fahrerflucht im US-Staat Connecticut herrscht Fassungslosigkeit bei den Behörden. Die Polizei veröffentlichte Aufnahmen einer Überwachungskamera, die zeigen, dass keiner der zahlreichen Passanten dem hilflos auf der Straße liegenden Opfer zur Hilfe kam. "Unsere moralischen Werte haben sich verändert", sagte Polizeichef Daryl Roberts verärgert. "Wir haben keine Achtung mehr füreinander."

In dem Video ist zu sehen, wie der 78-jährige Angel Arce Torres am 30. Mai in Hartford die Straße überquerte. Er wurde von einem Auto erfasst, das einen anderen Wagen verfolgte und blieb regungslos auf dem Asphalt liegen. Neun Autos fuhren an dem Unfallopfer vorbei, während Passanten vom Bürgersteig aus herüberstarrten. Einige gingen auf Torres zu, aber die meisten warteten ab. Schließlich erschien ein Polizeifahrzeug, das sich zufällig in der Gegend aufhielt.

Vertreter der Stadt betonten allerdings, vier Passanten hätten innerhalb von einer Minute einen Rettungswagen alarmiert. Torres habe wenig später medizinische Hilfe erhalten. Ein Augenzeuge sagte, das Unfallopfer sei bei Bewusstsein gewesen und habe geblutet. Torres liegt mit Lähmungen in einem Krankenhaus. Sein Zustand wurde als kritisch beschrieben.

AP / AP