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Vermisstes Mädchen: Fall Inga: Der Ermittler und sein Versprechen

Holger Herrmann hat derzeit nur einen Wunsch: Inga zu finden. Sein Team der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt ist permanent im Einsatz. Am Sonntag war er erstmals mit dem Vermisstenfall im Fernsehen.

Von Anette Lache

Die fünfjährige Inga wird seit dem 2. Mai vermisst

Die fünfjährige Inga wird seit dem 2. Mai vermisst

"Wir werden Inga nicht aufgeben, das habe ich den Eltern versprochen", sagte Chefermittler Herrmann gleich zu Beginn des Gesprächs mit "Kripo live"-Moderator Axel Bulthaupt. Und man nahm ihm diese Worte ab, der erfahrene Polizeibeamte wird nicht ruhen, bis er den Fall geklärt hat. "Einen solchen Fall hatte ich bisher nicht", sagte er. Noch nie sei ein Kind in seiner Region so lange vermisst gewesen. "Und derzeit haben wir noch keine heiße Spur im Fall Inga", erklärte er in der MDR-Sendung zum Stand der Ermittlungen.

Eine traurige Nachricht. Es ist ein Schicksal, das viele Menschen in Deutschland berührt.

Zwar sind inzwischen Hunderte von Hinweisen eingegangen, der entscheidende aber war bisher nicht darunter. Herrmann und sein Team sind dabei, sie abzuarbeiten, die wichtigsten zuerst, aber auch Hinweise von Leuten, die in die Glaskugel geblickt hätten, um Inga zu finden, würden nicht ignoriert, versprach der 53-Jährige. Fast immer melden sich in Vermisstenfällen auch Hellseher und Glaskugel-Gucker.

Das fünfjährige Mädchen scheint wie vom Erdboden verschluckt, es gibt keine Spur von ihr. Nichts.

Tausende neue Fahndungsplakate in ganz Deutschland

Zuletzt gesehen wurde Inga am 2. Mai gegen 19.30 Uhr nahe des Diakoniewerks Wilhelmshof bei Stendal (Sachsen-Anhalt). Dort war sie mit ihren Eltern und Geschwistern zu Besuch. Mit anderen Kindern wollte sie Holz für das Lagerfeuer suchen. Nach ihrem Verschwinden suchten mehr als 1000 Beamte und Freiwillige tagelang vor Ort nach dem Kind. Vergeblich.

In den nächsten Tagen sollen laut Herrmann mehrere Tausend Fahndungsplakate deutschlandweit verteilt und aufgehängt werden. Eine Internetseite mit einem Kontaktformular gibt es ebenfalls bereits: www.wo-ist-inga.de. Dort kann man seine Nachricht direkt an die Kripo senden. In den vergangenen Tagen waren bereits auf Digaltafeln in Bahnhöfen in 19 Städten Bilder von dem kleinen Mädchen gezeigt worden. Unterstützt wurden die Ermittler dabei von der "Initiative Vermisste Kinder".

Am Mittwoch will Herrmann den Fall auch noch bei "Aktenzeichen XY... ungelöst" im ZDF vorstellen. In der Hoffnung, endlich einen Hinweis auf den Verbleib des Mädchens zu bekommen. Und in der Hoffnung, das Mädchen doch noch lebend zu finden.