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Video Auferstehung nach Corona - Passionsspiele in Oberammergau kurz vor Premiere

STORY: "Vater! Vater sei nicht fern von mir. Vater, verlass´ mich nicht!" Lange haben sie auf diese Emotionen gewartet - hier in Oberammergau. Die traditionellen Passionsspiele finden in diesem Jahr nach zweijähriger Corona-Pause endlich wieder statt. Die Oberammergauer hatten 1633 gelobt, regelmäßig ein Passionsspiel aufzuführen, wenn sie von der Pest befreit werden. Und das eigentlich alle zehn Jahre. Wegen Corona musste das Theaterstück von 2020 auf 2022 verschoben werden. Christian Stückl ist in diesem Jahr bereits zum vierten Mal der verantwortliche Spielleiter. "Genau 100 Jahre zurück – 1920 – musste das Passionsspiel aufgrund der spanischen Grippe abgesagt werden. Und man hat damals 1922 nachgespielt. Also irgendwie hat das auch schon eine gewisse Tradition. Dass wir das 20er-Spiel anscheinend immer verschieben." Bei den Passionsspielen mitspielen darf jeder, der in Oberammergau geboren ist oder seit 20 Jahren dort wohnt. Über 1400 Darstellerinnen und Darsteller wirken in diesem Jahr mit. Die Hauptrollen wie Jesus, Maria oder Judas sind doppelt besetzt. Bei der Fotoprobe für die Presse am Mittwoch haben sich die Darstellerinnen und Darsteller abgewechselt. Frederik Mayet hat 2010 bereits Jesus gespielt. "Wir sind da auch nicht schlauer geworden. Wir glauben immer, alles wird besser. Aber wenn Krankheiten kommen, dann kommen die – trotz medizinischen Fortschritts kommt das über uns. Wenn ein Mächtiger sein Volk unterdrückt und Krieg führen will, dann führt er Krieg. Egal, wie schlimm das ist. Egal, was das mit den Menschen und den anderen macht. Und da denkt man sich. Da ist nicht viel passiert in den letzten 2000 Jahren." Am 14. Mai – dem Tag der Premiere – wird ausgelost, wer wann spielen darf. Insgesamt wird es über 100 Aufführungen geben. Emotional, bewegend und düsterer als zuvor.
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2020 musste das traditionsreiche Passionsspiel in Oberammergau noch wegen Corona abgesagt werden, jetzt wird es nachgeholt. Der Spielleiter ist auch in diesem Jahr wieder Christian Stückl, er hat einige Neuerungen versprochen.

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