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Video Briten geht das Öl und Gas aus

Der Treibstoff wird knapp. An einigen britischen Tankstellen bildeten sich am Freitag lange Autostaus. Der Ölgigant BP war gezwungen gewesen, einige seiner Filialen zu schließen, da er aufgrund von Fahrermangel nicht in der Lage war, genügend Treibstoff zu liefern. Auch Esso von ExxonMobil und die Supermarktkette Tesco waren betroffen. Die Probleme treten auf, da Großbritannien mit einem Mangel an Lkw-Fahrern zu kämpfen hat. Etwa 25.000 haben das Vereinigte Königreich wegen des Brexit verlassen. Spediteure forderten die Regierung auf, dringend Kurzzeitvisa für ausländische Fahrer zuzulassen. Und nicht nur das: Viele Briten müssen dieses Weihnachten womöglich auf den traditionellen Truthahnbraten verzichten. Die massiv gestiegenen Gaspreise bringen Fleischherstellende in Großbritannien zunehmend in Bedrängnis. Die Regierung greift zwar dem Industriezulieferer CF Industries für ein paar Wochen unter die Arme, um die Produktion von Kohlendioxid (CO2) wieder zum Laufen zu bringen. Die Lebensmittelbranche warnt dennoch vor Engpässen. Truthahn-Bauer Paul Kelly aus Chelmsford sagt: "Wenn die Kohlendioxidproduktion nicht wieder in Gang käme, wäre das zu Weihnachten ein großes Problem, denn Kohlendioxid wird verwendet, um die Haltbarkeit zu verlängern. Wenn man also einen Truthahn in eine Tüte packt, saugt man die Luft ab und bläst Kohlendioxid hinein. Das führt dazu, dass Käfer oder Ungeziefer nicht wachsen kann, weil sie Sauerstoff bräuchten. Somit wird die Haltbarkeit verlängert. Wenn Kohlendioxid ausbleibt, wird es schwierig Millionen und Abermillionen Truthähne vor Weihnachten bereitzustellen." Der Düngemittelkonzern CF Industries hatte die Produktion in zwei britischen Fabriken vor ein paar Tagen gestoppt, weil die Gaspreise durch die Decke gehen. In Deutschland ist die Lage entspannter. Derzeit gebe es beim CO2 keine Probleme, sagte ein Sprecher des größten deutschen Fleischbetriebs Tönnies.
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In Großbritannien bangen derzeit viele um ihren Truthahn zu Weihnachten. Denn die Vögel werden in normalen Zeiten millionenfach in CO2 verpackt. Doch das ist knapp.

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