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Video Britische Armee soll notfalls bei Benzin-Transport aushelfen

Seinem Beruf als Taxifahrer nachzugehen ist in diesen Tagen in London gar nicht selbstverständlichen. In einigen Teilen Großbritanniens gibt es an Tankstellen keinen oder nur wenig Kraftstoff. Paul Kirby hatte Glück und konnte volltanken, allerdings erst beim neunten Anlauf und nach 1,5 Stunden Wartezeit. "Etwa die Hälfte meiner Kollegen sitzt heute zu Hause, weil sie am Wochenende nicht tanken konnten. Sie wissen nicht, wann sie wieder zur Arbeit kommen können. Das ist eine große Sorge, auch für ihre Familien. Der Einkommensverlust ist 100 Prozent, wenn ich nicht Taxi fahren kann, kann ich kein Geld verdienen." Zur Bewältigung der Kraftstoffkrise hat die Regierung inzwischen das Militär mobilisiert. Eine begrenzte Anzahl von militärischen Tankwagenfahrern sei bereits in Bereitschaft versetzt, teilte der Wirtschaftsminister mit. Auf die Frage, ob Deutschland vor habe, Lkw-Fahrer nach Großbritannien zu schicken, antwortete der SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz: "Die Arbeitnehmerfreizügigkeit ist Teil der EU. Wir haben sehr hart daran gearbeitet, die Briten davon zu überzeugen, die Union nicht zu verlassen. Sie haben sich anders entschieden. Ich hoffe, dass sie die damit verbundenen Probleme bald in den Griff bekommen werden." Schätzungen zufolge fehlen landesweit bis zu 100.000 Fahrer, um Benzin und Diesel von den Kraftstoffunternehmen zu den Tankstellen zu bringen. Viele Fahrer waren nach dem Brexit auf den europäischen Kontinent zurückgekehrt. Zudem behinderte die Corona-Pandemie Ausbildung und Prüfungen neuer Fahrer.
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In manchen Landesteilen ging an 50 bis 90 Prozent der Tankstellen das Benzin aus, wie der Branchenverband PRA mitteilte.

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