VG-Wort Pixel

Video Erleichterung an der Börse nach Wahlergebnis

Am deutschen Aktienmarkt atmen die Anlegerinnen und Anleger nach dem Ergebnis der Bundestagswahl auf. Der Dax stieg am Montagvormittag um 0,9 Prozent auf 15.671 Punkte. Noch am Freitag hatte der Leitindex 0,7 Prozent verloren. Aber lag der erneute Aufschwung wirklich nur an der Bundestagswahl? Robert Halver von der Baader-Bank: "Der Dax ist zunächst mal entspannt, aber wir müssen sehr ehrlich sein. Im DAX haben wir Weltmarktführer. Die kümmern sich nicht unbedingt um die Niederungen der deutschen Politik. Die hängen an der Weltkonjunktur, sodass man sagen kann: Okay, es gibt jetzt eben nicht den negativen Sondereffekte eines Linksbündnisses. Aber die Haupttreiber der Börse sind die Weltkonjunktur. Und was macht die Geldpolitik?" Und wieso war die Angst vor den Linken so groß? "Das Ausland möchte Kontinuität in Fragen der NATO oder der Geopolitik Europas und Deutschlands. Das ist jetzt gesichert. Da brennt überhaupt nichts an. Das mehr als die halbe Miete. Wirtschaftspolitik ist ohnehin ja eine Sache, die jeder sehr egoistisch macht. Amerikaner und Chinesen denken nicht an Deutschland und Europa, da ist sich jeder selbst der Nächste." Das größte Risiko in Deutschland bestehe jetzt darin, dass die Koalitionsverhandlungen sich doch im Sumpf der Details festfahren, sagt Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank. Es seien nun weder zu starke wirtschaftspolitische Ausschläge nach links, noch deutliche Steuersenkungen zu erwarten, so Kater. Auf den internationalen Finanzmärkten wird weiter die Entwicklung der E-Auto-Tochter des hochverschuldeten Immobilienkonzerns China Evergrande beobachtet. Am Montag stürzten ihre Aktien an der Börse in Hongkong bis zu 26 Prozent ab und notierten anschließend rund zehn Prozent tiefer. Zudem treibt ein knappes Angebot den Ölpreis in immer neue Höhen. Die Sorte Brent aus der Nordsee gewinnt knapp zwei Prozent und ist mit 79,52 Dollar je Barrel so hoch wie zuletzt vor drei Jahren. Außerdem steigen die Aktien des Online-Gebrauchtwagenhändlers Auto1 um 4,5 Prozent auf 33,99 Euro und der britische Triebwerkherstellers Roll-Royce klettert dank eines US-Rüstungsauftrags an die Spitze des Londoner FTSE.
Mehr
Einige hätten ein Linksbündnis gefürchtet, sagt Robert Halver von der Baader Bank.

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker