VG-Wort Pixel

Video Fischereistreit: "Es ist kein Krieg, aber ein Kampf"

Dieser britische Kutter im Hafen von Le Havre ist Sinnbild des zugespitzten Streites um Fischereirechte zwischen Frankreich und dem ehemaligen EU-Mitglied Großbritannien. Am Donnerstag hat Paris das Boot festsetzten lassen, denn es soll ohne Lizenz in französischen Gewässern unterwegs gewesen sein. Die für Fischerei zuständige französische Ministerin Annick Girardin erklärte, das Boot sei bei einer Kontrolle auf See beschlagnahmt worden. Paris wirft London vor, nach dem EU-Austritt Großbritanniens noch immer nicht alle Firscherei-Lizenzen an EU-Fischer erteilt zu haben. Die Festsetzung des Kutters, die Verwarnung eines zweiten Bootes und weitere angekündigte Maßnahmen sollen London unter Druck setzen. "Es ist kein Krieg", so die Ministerin, "aber es ist ein Kampf." Die britische Regierung erklärte in einer ersten Reaktion, das Verhalten Frankreichs sei enttäuschend und unverhältnismäßig. "Das ist nicht das, was wir von einem engen Alliierten und Partner erwarten würden." Umweltminister George Eustice sagte im Londoner Parlament, die Drohungen verstießen gegen internationales Recht. Mit Blick auf das Verhalten Frankreich kündigte eine "angemessene und schrittweise" Antwort an. Großbritannien hat zugesichert, Lizenzen an EU-Fischer auszustellen, die vor dem Brexit am 31. Januar 2020 in britischen Gewässern tätig waren. Laut Eustice hat Großbritannien bereits 1673 Lizenzen für Schiffe aus der EU erteilt, von denen 736 an Frankreich gingen. Weitere Lizenzen könnten genehmigt werden. Ab 2. November will Frankreich zudem Sonderkontrollen für britische Waren einführen, was die wirtschaftliche Situation im Vereinigten Königreich noch verschärfen würde. Die Regierung von Präsident Emmanuel Macron erwägt zudem weitere Maßnahmen und schließt dabei eine Überprüfung von Stromexporten nach Großbritannien nicht aus. Frankreichs Europaminister Clement Beaune sagte, anscheinend sei die Sprache der Härte das einzige, was die Briten verstünden. Die britischen Gewässer gelten als eine der fischreichsten im Nordatlantik und kommen für den Großteil des EU-Fangs auf. Die Verhandlungen zwischen der EU-Kommission und der Regierung in London über die konkrete Ausgestaltung der Fischerei sind in dieser Woche fortgesetzt worden.
Mehr
Da sagte die zuständige französische Ministerin im Streit um die Vergabe von Fischereilizenzen zwischen der EU und Großbritannien. Am Donnerstag hatte Paris einen britischen Kutter beschlagnahmt.

Wissenscommunity


Newsticker