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Video Toilettenpapier-Hersteller in Not

STORY: Die Produktion beim Düsseldorfer Toilettenpapier-Hersteller Hakle läuft. Und die Produkte, wie das Toilettenpapier, werden weiterhin gut nachgefragt. 2020 erwirtschaftete das Unternehmen nach eigenen Angaben rund 80 Millionen Euro, der Gewinn lag bei rund 650.000 Euro. Mehr als 200 Mitarbeiter sind für das Unternehmen tätig. Doch kürzlich machte Hakle seine Insolvenz publik. Dazu Karen Jung, Leiterin Marketing und Themeneinkauf bei Hakle: “Ja uns bei Hakle haben wirklich tatsächlich die Energiepreise erwischt. Also in kürzester Zeit sind die Strom- und Gaspreise so derart regelrecht explodiert, dass diese dann natürlich so schnell auch nicht weitergegeben werden können an unsere Kunden. Also Sie haben zum Teil Preiserhöhungen gehabt von plus 30 Prozent im Strombereich, zum Beispiel jeden Tag.” Jetzt will sich das Unternehmen in Eigenregie sanieren. Der Geschäftsbetrieb soll vollumfänglich weitergeführt werden. Doch die hohen Energiepreise bleiben ein riesiges Problem. Rund 60 Gigawatt Gas und 40 Gigawatt Strom nutzt Hakle im Jahr. Das Gas dient vor allem der Wärmeerzeugung, Strom für die Produktion und Papierverarbeitung. Die rasant steigenden Preise bringen auch andere Unternehmen der Branche in Schwierigkeiten. Hakle brauche jetzt Unterstützung, sagt Jung: "Ja, wir haben natürlich auch Forderungen an die Politik oder sind im Austausch auch mit der Politik, um wirklich dafür zu werben, den Mittelstand in Deutschland sehr viel stärker in den Fokus zu rücken. Es ist sicherlich wichtig, die ganz großen, systemrelevanten Unternehmen auch in den Blick zu nehmen und dort Lösungen zu finden. Aber tatsächlich ist es so, dass die ganz große Menge an Arbeitsplätzen in Deutschland durch den Mittelstand gesichert wird. Und hier brauchen wir wirklich Lösungen, damit der Mittelstand nach wie vor eine Zukunft hier in Deutschland hat.” Zu den Forderungen aus der Branche gehört ein Preisdeckel für Gas. Wenn es die Politik nicht schaffe, die Energiepreise zu stabilisieren, drohe eine große Insolvenzwelle in Deutschland, so die Warnung. Die Verbraucher müssen sich aber wohl darauf einstellen, dass die Preise für Papier und Klopapier deutlich steigen werden.
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Der Düsseldorfer Toilettenpapier-Hersteller Hakle hat kürzlich einen Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung gestellt. Auch andere Unternehmen der Branche bekommen wegen der steigenden Energiepreise Probleme.

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