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Video Wahrzeichen in Gefahr - Bremerhavener bangen um ihren Molenturm

STORY: Halb neugierig, halb bangend blickten am Freitag die Menschen in Bremerhaven auf eines der Wahrzeichen der Stadt. Der Turm auf der Nordmole ist in eine bedrohliche Schieflage geraten. In der Nacht zu Donnerstag war die Anlage abgesackt. Nun droht das Seezeichen, so die offizielle Bezeichnung, abzustürzen. Der Bremerhavener Claus Lühmann spricht von einer Schande für Stadt und Politik. "Es fing an mit der "Seuten Deern" (historischer Holzfrachter und ehemaliges Restaurantschiff, Anm. d. Red.), die abgewrackt wurde nachher. Das geht weiter mit der Drehbrücke im Hafen, die mit'm mal kaputt war. Und das geht mit anderen Dingen auch. Vor allen Dingen mit der Mole, altes Wahrzeichen von Bremerhaven. Seit sieben, acht Jahren soll die saniert werden. Das Geld dafür steht bereit, es wird nichts gemacht." Auch Bernd Vogel hat wenig Verständnis: "Also ich sage mal, dass für mich ein Ausdruck, ein Symbol für die schlampige Politik in Bremerhaven, für den Umgang mit unseren Steuergeldern. Bremen, Bremerhaven ist ja in vielen Punkten das Schlusslicht, auch in der Bildungspolitik und jetzt auch hier, was den Erhalt von bemerkenswerten, ja historischen Dingen gibt." Die rote Kuppel des Molenturms in Bremerhaven soll nach vorläufiger Planung am Samstag von Sachverständigen untersucht werden, so der Geschäftsführer des Hafenbetreibers Bremenports, Robert Howe, am Freitag. "Wir werden morgen früh auslaufen, den Turm erst einmal inspizieren im Sinne der arbeitsschutzrechtlichen Erwägungen, wie können wir möglichst viele Originalteile bergen? Und wenn wir feststellen, dass der Turm tatsächlich eine höhere Instabilität hat als das, was wir jetzt von hier in Augenschein nehmen können, werden wir dann auch mit Rückbaumaßnahmen beginnen." Die Pläne zur Neugestaltung der Anlage lägen bereits in der Schublade. "Der Planungsprozess ist so weit, dass wir in die Plangenehmigung einsteigen. Das war sozusagen von Anfang an auch so gewollt und die eigentlichen Baumaßnahmen sollten in '24, '25 sozusagen dann zum Abschluss gebracht werden, sodass wir hier mit der Schiefstellung, mit der Havarie, leider zeitlich ein, zwei Jahre ja überrascht wurden." Viele Bürgerinnen und Bürger hätten eine emotionale Sicht auf das Bauwerk. Er sei sich aber sicher, so Howe, dass die Stadt auch nach der Neugestaltung einen ebenso schönen Turm haben werde.
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Rund um das historische Bauwerk versammelten sich am Freitag Schaulustige, darunter auch Bürgerinnen und Bürger der Stadt. Der ein oder andere ist sauer und sieht die Politik in der Verantwortung.

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