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Fährunglück in Südkorea: Staatsanwaltschaft fordert Todesstrafe für "Sewol"-Kapitän

Der "Sewol"-Untergang war eine der schwersten Schiffskatastrophen Südkoreas. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft überließ der Kapitän die Passagiere ihrem Schicksal und verdient deshalb den Tod.

Der Kapitän der gesunkenen "Sewol", Lee Joon-Seok: Der 69-Jährige hat in dem Prozess Fehler zugegeben.

Der Kapitän der gesunkenen "Sewol", Lee Joon-Seok: Der 69-Jährige hat in dem Prozess Fehler zugegeben.

Ein halbes Jahr nach dem Untergang der südkoreanischen Fähre "Sewol" mit etwa 300 Toten hat die Staatsanwaltschaft für den Kapitän die Todesstrafe gefordert. Dem 69-jährigen Lee Joon Seok wird vorsätzliche Tötung vorgeworfen. Wegen desselben Vorwurfs beantragten die Anklagevertreter am Montag für drei weitere Crewmitglieder lebenslange Haftstrafen, wie südkoreanische Medien berichteten. Die vier Seeleute werden beschuldigt, #link;http://www.stern.de/panorama/faehrunglueck-in-suedkorea-kapitaen-der-sewol-soll-evakuierung-verzoegert-haben-2104538.html;die Passagiere im Stich gelassen zu haben#.

"Als Verantwortlicher für die Fähre hat der Kapitän seine Pflicht vernachlässigt, die von ihm verlangte, das Schiff erst zu verlassen, bis jeder Passagier von Bord gegangen ist", wurde ein Staatsanwalt von der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap zitiert.

Elf weitere Besatzungsmitglieder sollen nach dem Willen der Anklagevertreter wegen Fahrlässigkeit und anderer Vorwürfe Haftstrafen von 15 bis 30 Jahren erhalten. Der Kapitän und seine Crew waren unter den Ersten, die sich in Sicherheit gebracht hatten.

Der Prozess gegen die 15 leitenden Besatzungsmitglieder vor dem Bezirksgericht in Kwangju läuft seit Juni. Das Urteil soll nach Gerichtsangaben im nächsten Monat verkündet werden. Die Todesstrafe wird in Südkorea seit 1997 nicht mehr vollstreckt.

Unerfahrener Steuermann stand am Ruder

Der Kapitän hatte in dem Prozess Fehler eingeräumt. So gab er zu, dass er einen zu unerfahrenen Steuermann mit der Aufgabe allein gelassen habe, das Schiff durch einen für starke Unterströmungen bekannten Kanal zu steuern und entschuldigte sich, das Schiff vorzeitig verlassen zu haben. Er habe jedoch nicht ahnen können, dass sein Verhalten zum Tod so vieler Menschen führen würde.

Lee Joon Seok und seine Crew sollen die Passagiere auf dem sinkenden Schiff angewiesen haben, zu bleiben, wo sie waren - fast eine Stunde lang harrten die Passagiere somit in ihren Kabinen oder auf ihren Sitzen aus. Die Schiffsführung verließ die Fähre, während hunderte Menschen noch festsaßen.

Laut einem Anfang Juli veröffentlichten Bericht zu dem Unglück trugen Inkompetenz, Behördenversagen, Korruption und Geldgier der Reederei zu der Katastrophe bei.

Die "Sewol" war am 16. April mit 476 Menschen an Bord vor der Südwestküste Südkoreas gekentert. Nur 174 von ihnen überlebten das Unglück. Die meisten Opfer waren Schüler auf einem Ausflug. Noch immer gelten zehn Menschen als vermisst.

mad/mia/AFP/DPA / DPA
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