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"Wunder vom Hudson": Unglücksflieger früher beschädigt

Das Flugzeugunglück von New York, das zum "Wunder vom Hudson" führte, hat sich offenbar schon Tage zuvor angekündigt. Passagiere eines anderen Flugs der Unglücksmaschine von US Airways hörten "Knalle", und auch die zuständige Behörde berichtete von einem früheren Triebwerkschaden.

Schon vor der dramatischen Notwasserung auf dem Hudson hat es Probleme mit den Triebwerken der Unglücksmaschine gegeben. Nach dem Abflug vom Flughafen LaGuardia in New York City am Dienstag vor einer Woche habe es mehrere Knalle gegeben, berichtete der US-Fernsehsender CNN am Montag (Ortszeit) unter Berufung auf Passagiere auf seiner Internetseite. Es habe geklungen, als würde eine der Tragflächen abreißen, sagte Passagier Steve Jeffrey. Das Flugzeug, das wie auch zum Unglückszeitpunkt zwei Tage später auf dem Weg nach Charlotte im US-Bundesstaat Carolina gewesen sei, habe daraufhin für einen Sicherheitscheck Richtung LaGuardia kehrtgemacht.

Die Verkehrssicherheitsbehörde NTSB erklärte zudem am Montag, zwei Tage vor dem Unglück sei ein Kompressor, der Luft in das Triebwerk saugt, ausgefallen. Es gebe einen entsprechenden Eintrag im Wartungsheft der Maschine. Der Pilot, der den Airbus am 13. Januar geflogen hatte, werde befragt. Weitere Fehlfunktionen zwischen dem Start vom Flughafen LaGuardia am 15. Januar und dem Notruf von Pilot Chesley Sullenberger gab es nach Angaben der NTSB nicht.

Die Ermittlungen werden sich nach Einschätzung von NTSB-Mitarbeiter Robert Benzon etwa ein Jahr hinziehen. Das Unglück werde aber noch jahrzehntelang studiert werden.

Alle Ermittlungen deuten bislang darauf hin, dass ein Zusammenstoß mit Vögeln die Ursache für die Notwasserung vom Donnerstag war, die alle 155 Menschen an Bord überlebten. Der Pilot hatte sich nach dem Triebwerksausfall im Bruchteil einer Sekunde zur Notwasserung auf dem Hudson entschlossen. Die Fluggesellschaft US Airways schickte den Passagieren Schecks über je 5.000 Dollar (3.840 Euro), um sie für verlorenes Gepäck zu entschädigen.

AP/AFP / AP