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Unglücksflug QZ8501: AirAsia-Maschine vor Absturz im unkontrollierten Steigflug

Neue Erkenntnisse zum Absturz von AirAsia-Flug QZ8501: Die Unglücksmaschine befand sich offenbar im unkontrollierten Steigflug, bevor sie abstürzte. Auf dem Stimmrekorder sind Alarmtöne zu hören.

Wrackteile der abgestürzten Air Asia-Maschine: Experten haben den Stimmrekorder des Flugzeugs ausgewertet.

Wrackteile der abgestürzten Air Asia-Maschine: Experten haben den Stimmrekorder des Flugzeugs ausgewertet.

Schrille Alarmsignale im Cockpit haben die Piloten der AirAsia-Maschine QZ8501, die im Dezember über der indonesischen Java-See mit 162 Menschen an Bord abgestürzt ist, gewarnt. Mehrere Warnsignale seien in den Aufnahmen des Stimmrekorders zu hören, darunter auch die Warnung vor einem drohenden Strömungsabriss. "Die Alarmsignale haben quasi gekreischt, während die Piloten im Hintergrund alles zur Rettung versuchten", sagte ein Ermittler am Mittwoch.

Bereits am Dienstag hatte der indonesische Verkehrsminister Ignasius Jonan davon gesprochen, dass sich die AirAsia-Maschine kurz vor ihrem Absturz in einem so ungewöhnlich rasanten Steigflug befunden habe, wie er selbst bei Kampfflugzeugen selten vorkomme. Der Pilot hatte um Steiggenehmigung gebeten, weil er Gewitterwolken umfliegen wollte. Dabei geriet die Maschine allem Anschein nach außer Kontrolle. Ehe die Genehmigung aus dem Tower kam, verschwand die Maschine aber vom Radar.

Zu schnell gestiegen?

Ermittler haben dennoch davor gewarnt, voreilige Schlüsse zur Absturzursache der AirAsia zu ziehen. "Vielleicht ist die Maschine zu schnell gestiegen, vielleicht auch nicht", sagte Wisnu Darjono, der Direktor für Sicherheit bei der Luftfahrtbehörde. Erst die genaue Auswertung der Flugschreiber könne Aufschluss geben. Die Ermittler haben für den 28. Januar einen ersten Untersuchungsbericht angekündigt. Einen Anschlag als mögliche Absturzursache hatten die Ermittler zuvor bereits ausgeschlossen.

Seit dem Absturz des AirAsia-Airbus' am 28. Dezember wurden 53 Leichen geborgen. Experten vermuten, dass sich die meisten Opfer noch in der Passagierkabine befinden. Diese wurde zwar inzwischen gesichtet, konnte wegen der rauen See aber noch nicht geborgen werden.

Wenn die Maschine tatsächlich im rasanten Steigflug war, erinnert das an das Unglück der Air-France-Maschine Flug AF447. Sie stürzte nach dem Start in Rio de Janeiro 2009 in den Atlantik. Defekte Instrumente hatten eine falsche Geschwindigkeit angezeigt. Die Piloten reagierten nach Überzeugung der Ermittler falsch, zogen das Flugzeug hoch und erzeugten einen Strömungsabriss, der die Maschine abstürzen ließ.

las/DPA/AFP / DPA
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