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Bundesstaat Victoria Seehund verirrt sich auf Kuhweide in Australien – weit entfernt vom Meer

Ein Seehund auf einer grünen Weide in Australien
TV-Sender in Australien berichteten mehrfach über den Seehund auf der Kuhweide. Das Abenteuer des Tiers nahm leider ein tragisches Ende.
In Australien ist ein Seehund auf einer Kuhweide aufgetaucht, viele Kilometer vom Meer entfernt. Das Tier jagte zeitweise sogar den Kühen hinterher. Rettungsversuche für den stattlichen Meeressäuger waren vergeblich.

In Australien hat sich ein Seehund auf eine Kuhweide eines Milchvieh-Betriebs verirrt. Das Seltsame dabei: Die Weide liegt etwa 35 Kilometer entfernt vom Meer und niemand weiß, wie der schätzungsweise 150 Kilo schwere Meeressäuger dorthin kam. Tierretter versuchten vergeblich, dem Seehund zu helfen. Er wurde schließlich eingeschläfert, wie "ABC.net" am Donnerstag meldete. Mehrere Fernsehstationen hatten zuvor über den Fall berichtet.

Entdeckt hatte das Tier die Bäuerin der Farm im südöstlichen Bundesstaat Victoria am vergangenen Sonntag. Etwas Braunes robbte da unter den ratlosen Blicken ihrer Kühe über die Weide. "Wir sind mit dem Trecker über die Wiese gefahren und dachten erst, es wäre ein Schwein. Als es dann anfing sich zu bewegen haben wir gesehen, dass das eindeutig kein Schwein war, sondern ein Seehund", sagte Karli McGee im Fernsehen.

Zu der Zeit hoffte sie noch auf Rettung für den seltsamen Gast auf der Kuhweide und kontaktierte die Fischereibehörde, bevor sie an den Zoo von Melbourne verwiesen wurde, wie es bei "ABC.net" heißt.

TV-Stationen in Australien zeigten in dieser Woche auch Videoaufnahmen, auf denen zu sehen war, wie der Seehund den Kühen hinterher jagt. Offenbar war das Tier hungrig und gestresst, so weit entfernt von seinem natürlichen Lebensraum.

Seehund bewegte sich immer weiter vom Meer weg

Mitarbeiter des Zoos von Melbourne sollten den Seehund untersuchen und dann möglichst wieder zum Meer zurückbringen, da er nicht allein den Weg zurück fand, hatte es zunächst geheißen.

Doch das gelang am Ende nicht. Michael Lynch, Cheftierarzt des Tierparks, sagte "ABC.net", es habe sich um ein altes und verletztes Tier gehandelt, auf einem Auge blind und mit gesplitterten Zähnen. Man habe den Seehund eingeschläfert, nachdem er immer weiter ins Landesinnere gewandert sei. Dies sei das Beste für das Tier gewesen. Denn es habe keine Chance gehabt, in der Natur zu überleben und konnte auch nicht mehr jagen.

Wie kam der Seehund bis weit ins Landesinnere von Australien?

Völlig unklar blieb bis jetzt, welchen Weg der Meeressäuger von der Küste bis zu dem Milchviehbetrieb genommen hatte. Die junge Bäuerin sagte im Fernsehen, mit dem Auto sei es von ihrem Land im Ort Simpson bis zum Strand etwa eine halbe Stunde Fahrt. Sie vermutete in einem Interview, das Tier sei über kleine Flüsse in der Region landeinwärts geschwommen und dann auf der Suche nach Nahrung an Land gegangen.

Ein von McGee aufgenommenes Video zeigt den Seehund, wie er eine Weide überquert. "Wir dürfen uns ihm nicht nähern, deshalb können wir ihn nicht selbst retten", sagte die Bäuerin im TV. Sie schilderte, wie er seit der ersten Sichtung ein ganzes Stück weiter landeinwärts vorangekommen und dann auf das angrenzende Grundstück ihrer Eltern gelangt sei. Ziemlich schnell hatte sich deshalb auch die Hoffnung zerschlagen, das verirrte Meerestier können allein den Weg zurück zur Küste finden. 

Etwas später kam dann der Entschluss der Tier-Experten vom Zoo in Melbourne, den verirrten Meeressäuger einzuschläfern. Farmerin McGee und ihre Nachbarn in der ländlichen Gegend können es noch immer kaum glauben, wie weit der Seehund ins Landesinnere gerobbt ist. In den kommenden Tagen soll das tote Tier untersucht werden.

QuellenABC Net ,"7 News Melbourne", mit Material von AFP

Sehen Sie in der Fotostrecke: Platz gibt es in Australien jede Menge. Das zeigt sich auch bei den Übernachtungsmöglichkeiten. Ob Stadthotel, Lodge oder Hostel – die Zimmer sind meist großzügig geschnitten.

anb

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