HOME

Val Bondasca, Graubünden: Bergrutsch in der Schweiz - acht Menschen vermisst, darunter Deutsche

Nach einem Bergrutsch im Südosten der Schweiz werden acht Menschen vermisst, darunter auch Deutsche. Die Betroffenen konnten bislang "nicht erreicht" werden, so die Polizei. 

Nach einem Bergrutsch im Südosten der Schweiz werden acht Menschen vermisst, darunter auch Deutsche. Das Unglück habe sich am Mittwochmorgen in der Region Val Bondasca im Kanton Graubünden ereignet, teilte die Kantonspolizei mit. Acht Menschen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die sich während des Unglücks vor Ort aufhielten, seien noch nicht gefunden worden.

Bergsturz Val Bondasca

Die Bergreste im Dorf Bondo nahe der Grenze zu Italien

Picture Alliance

Mehr Gesteinsmassen als die Cheops-Pyramide

Wie die Polizei bekannt gab, konnten die acht Vermissten bislang "nicht erreicht" werden. Zunächst hatte die Polizei erklärt, bei dem Erdrutsch sei niemand zu Schaden gekommen.

Vom Berg Piz Cengalo waren Gesteinsmassen in ein Tal hinter dem Dorf Bondo in der Nähe der italienischen Grenze gestürzt. Dadurch wurden Erdmassen bis zu der Ortschaft geschoben. Das Dorf wurde evakuiert, etwa hundert Menschen wurden in Sicherheit gebracht. Ersten Schätzungen zufolge rutschten bis zu vier Millionen Kubikmeter Stein, Schlamm und Gesteinsbrocken ab. Das entspricht dem anderthalbfachen Volumen der Cheops-Pyramide.

Laut der "Engadiner Post" hatten Experten den Bergsturz erwartet, seien aber von den mitgeschwemmten Wassermassen überrascht worden. Die Erdbebenwarte in Zürich registrierte den Bergsturz mit ihren Geräten wie ein kleines Erdbeben.


Die Schweizer Zeitung "Blick" hob hervor, dass in der Region Mobiltelefone nicht überall Empfang hätten. "Wir hoffen, dass dies der Grund ist, weshalb wir nicht alle im Gebiet vermuteten Personen erreichen konnten", sagte Polizeisprecher Markus Walser dem Blatt.

Bereits 2012 hatte sich am Piz Cengalo ein Bergrutsch ereignet. Dabei stürzten knapp vier Millionen Kubikmeter Gestein in ein unbewohntes Tal. Zuletzt gab es im November 2014 einen tödlichen Erdrutsch in der Schweiz. Dabei wurden in Davesco-Soragno im Kanton Tessin zwei Menschen getötet und vier weitere verletzt.

"Bergstürze lassen sich mit technischen Mitteln nicht verhindern", schreibt die Nationale Plattform Naturgefahren (Planat). Gefährdete Gebiete sollten gemieden werden. 

nik/anb / dpa / AFP