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Augenzeugen aus Berlin: "Gespenstische Stille" nach dem Anschlag

Der mutmaßliche Terroranschlag von Berlin hat mindestens zwölf Menschen das Leben gekostet. Augenzeugen berichten von der Schreckensnacht in der Hauptstadt.

Bei dem mutmaßlichen Terroranschlag von Berlin starben mindestens zwölf Menschen

Bei dem mutmaßlichen Terroranschlag von Berlin starben mindestens zwölf Menschen

Am Montagabend raste ein Laster auf einen Berliner Weihnachtsmarkt. Mindestens zwölf Menschen wurden getötet, 50 verletzt. Die Polizei geht von einem Terroranschlag aus. Berichte von Augenzeugen zeichnen folgendes Bild: Gegen 20 Uhr fährt ein Lkw auf den Breitscheidplatz am Kurfürstendamm, erfasst mehrere Passanten, zerstört Weihnachstmarktbuden und kommt nach 50 bis 80 Metern zum Stehen. Es heißt, die Scheinwerfer des Wagens seien ausgeschaltet gewesen.

Ein Passant berichtet dem stern von einer "gespenstischen Stille" vor Ort. Er sei kurz nach dem mutmaßlichen Anschlag am Breitscheidplatz gewesen, noch bevor Polizei und Krankenwagen eintrafen. Der Mann habe es zunächst für einen Unfall gehalten. Es habe keine Panik, keine Schreie gegeben. Er beschreibt paralysierte Menschen mit geschockten Gesichtern, die "wie Zombies" dastanden. 

Ein Besucher des Weihnachtsmarktes sagte der "Bild": "Erschütternde Bilder, die ich dort wahrnehmen musste. Verletzte wurden da noch in die Ambulanzen getragen." Eine Café-Mitarbeiterin auf der anderen Straßenseite habe durch die Scheiben gesehen, wie Passanten anfingen zu laufen und viele ins Einkaufszentrum hineinrannten, wird von dem Blatt zitiert: "Ich habe Menschen am Boden liegen gesehen, verletzt. Aber ich glaube, auch einige tot."

Berlin: "Denen konnte da keiner helfen"

Eine türkische Ärztin half der "Bild" zufolge am Ort des mutmaßlichen Anschlages Verwundeten. Sie habe versucht, Opfer zu reanimieren. Ein Mensch sei trotzdem gestorben. Ein anderer Helfer berichtet dem Blatt davon, "zwei Dutzend Menschen am Boden" gesehen zu haben. Viele davon hätten Kopfverletzungen gehabt. Ein anderer Mann berichtete: "Ich habe gesehen, wie unter dem Lkw vier Personen lagen. Die lagen da drunter, die waren eingeklemmt. Denen konnte da keiner helfen."

Der "Südkurier" berichtet von einem 21-jährigen Augenzeugen, der ein diffuses Bild am Ort der Todesfahrt zeichnet: "Vorsicht, er hat eine Waffe", habe dort jemand gerufen. Ein anderer habe geschrien "Bombe, Bombe". "Nur wenige Leute sind ruhig geblieben, und ich sah mehrere Personen regungslos am Boden liegen", wird der 21-Jährige zitiert.

Ein Mitarbeiter der "Berliner Morgenpost" drehte bereits am Abend ein Video, dass sich rasch verbreitete. Darin zu sehen: Verletzte und tote Menschen, die vor Glühwein- und Imbissbuden liegen. Helfer, die sich um sie kümmern und eine Spur der Verwüstung, die der Lastwagen durch den Weihnachtsmarkt gezogen hat. "So ein Unfall ist ein ziemlicher Schock. Ich habe die Verletzten, und die, denen nicht mehr zu helfen war, gesehen", sagt ein junger Mann, den die "Welt" im Video zeigt. 

fin