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Schockierendes Video aufgetaucht Schokoladendieb in Brasilien nackt ausgezogen, geknebelt und ausgepeitscht

Brasilianische Flagge
In Brasilien herrschte rund 350 Jahre lang Sklaverei. Noch immer ist Rassismus in dem Land allgegenwärtig
© Fernando Bizerra Jr. / Picture Alliance
Es sind Bilder, die fassungslos machen: In Brasilien sorgt ein Video für Wirbel, das zeigt, wie ein nackter, dunkelhäutiger Jugendlicher ausgepeitscht wird - weil er Schokolade gestohlen hatte.

Für viele Menschen in Brasilien gehören Rassimus und Brutalität zum traurigen Alltag. Doch ein Video, dass jetzt in den sozialen Medien aufgetaucht ist, schockiert selbst das von Gewalt geplagte südamerikanische Land. Es zeigt einen nackten dunkelhäutigen Jugendlichen, der mit einem Elektrokabel ausgepeitscht wird.

Der 17-Jährige, der auf der Straße lebe, habe zuvor in einem Supermarkt in São Paulo vier Schokoladenriegel gestohlen, berichtet der brasilianische TV-Sender Globo. Zwei Sicherheitsangestellte des Geschäfts hätten den Diebstahl bemerkt, den Jugendlichen festgehalten und abgeführt. "Sie fesselten ihn und peitschten ihn aus, bis er versprach, so etwas nicht mehr zu tun", zitiert die britische Zeitung "The Guardian" den zuständigen Ermittler Pedro Luis de Souza.

Jugendlicher wimmert vor Schmerz

Auf dem Video ist zu hören, wie eine der misshandelnden Personen das Opfer fragt: "Wirst du wiederkommen?". Unfähig zu sprechen, weil ihm die Wächter einen Knebel in den Mund gestopft haben, schüttelt der vor Schmerz wimmernde Jugendliche den Kopf.

"Es ist wie eine Szene von vor Jahrhunderten", sagte de Souza dem "Guardian". Der Polizist beschrieb das Opfer als "einen wehrlosen, obdachlosen schwarzen Mann. ... Ein Opfer der Gesellschaft, würde ich sagen."

Der 17-Jährige räumte den Diebstahl im Gespräch mit einem TV-Globo-Reporter ein. Nachdem die Wachleute ihn erwischt hatten, hätten sie ihn in einen kleinen Raum gebracht, erzählte er. Dort hätten sie ihn ausgepeitscht. Anschließend habe einer seiner Peiniger ihn aufgefordert, mit niemandem über die Geschehnisse zu reden, andernfalls werde er ihn töten. "Er drohte mir mit dem Tod", sagte der Jungedliche und berichtete, dass es bereits das dritte Mal gewesen sei, dass die beiden Wächter ihn nach einem Diebstahl in dem Supermarkt angegriffen hätten.

Ermittler "extrem schockiert"

Dass Diebe - oft junge schwarze Männer und Jugendliche - gefesselt, gefoltert und sogar ermordet werden, ist in Brasilien nicht ungewöhnlich. Dennoch war de Souza "extrem schockiert", als ihm ein Journalist am Montagnachmittag das Video zugeschickt habe, wie er dem "Guardian" berichtete. Er habe sofort eine Untersuchung eingeleitet, das Opfer befragt und die beiden Sicherheitskräfte identifiziert. Ersten Ermittlungen zufolge hatten diese den Film selbst aufgenommen.

Mit Maske, Perücke, Brille und in Frauenkleidern hat ein Häftling versucht, aus einem Gefängnis in Rio de Janeiro zu entkommen.

"Dass Wachleute die Folter filmten, zeigt, wie sicher sie waren, nicht erwischt zu werden", sagte Humberto Adami, schwarzer Rechtsanwalt aus Rio de Janeiro und Präsident einer Kommission der brasilianischen Anwaltskammer, die sich mit den Folgen der Sklaverei beschäftigt, der Zeitung: "All das hängt mit Brasiliens Sklaverei-Vergangenheit zusammen, wo die Schwarzen Tag und Nacht geschlagen wurden." In Brasilien herrschte rund 350 Jahre lang Sklaverei, erst 1888 wurde sie endgültig abgeschafft.

Sollte das Auspeitschen des Jugendlichen als Folter bewertet werden, drohen den mutmaßlichen Tätern dem Sender Globo zufolge bis zu acht Jahre Haft.

Quellen: Globo"The Guardian"

mad

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