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China Für neue Wohnungen: Familienmitglieder heiraten sich untereinander in zwei Wochen 23 Mal

Eine Chinesin in weißem Brautkleid rafft ihren Rock mit den Händen und geht vor ihrem Bräutigam im Anzug her
So viel Aufwand wie dieses Brautpaar werden die Verdächtigen in Lishui kaum betrieben haben
© Fred Dufour / AFP
In China haben sich Mitglieder einer Familie untereinander mehrfach geheiratet, um Neubau-Wohnungen zu ergaunern. Ihre Masche: Sich nach den Hochzeiten als Bewohner eines Sanierungsgebietes registrieren, um an "Entschädigungswohnungen" zu kommen.

Elf Mitglieder einer chinesischen Familie haben in zwei Wochen 23 Mal geheiratet – um Wohnungen zu bekommen. Das berichtet der US-Sender CNN unter Berufung auf die chinesische Zeitung "People's Daily" Demnach hat die chinesische Stadt Lishui in der Provinz Zhejiang Bewohnern eines kleinen Dorfes, das saniert werden soll, eine Wohnung von mindestens 40 Quadratmetern versprochen - vorausgesetzt, sie sind dort als Bewohner gemeldet.

Daraufhin habe ein Mann im März seine Ex-Frau, die in dem Dorf lebt, noch einmal geheiratet, seinen Wohnort in dem Ort angemeldet und sich sechs Tage später wieder scheiden lassen. Danach habe er seine Schwester geheiratet, die sich daraufhin ebenfalls in Lishui registriert hat, sich danach scheiden lassen und anschließend ihre Schwägerin geehelicht. Sein Vater habe in der gleichen Zeit einige Verwandte und sogar seine eigene Mutter geheiratet. Einer der Verdächtigen habe in nur einer Woche drei Ehen beim Ministerium für Zivilangelegenheiten angemeldet. Ziel der Masche war offenbar, möglichst viele der neuen Wohnungen zugewiesen zu bekommen.

China: Für neue Wohnungen: Familienmitglieder heiraten sich untereinander in zwei Wochen 23 Mal

Ermittlungen gegen Familie gehen weiter

Der angebliche Betrug wurde aufgedeckt, nachdem das Komitee, das die Sanierung des Dorfes beaufsichtigte, eine Beschwerde bei der Polizei eingereicht hatte. Alle elf Familienmitglieder wurden wegen angeblichen Betrugs verhaftet, berichtet "People's Daily". Vier Personen wurden festgenommen, während andere gegen Kaution freigelassen wurden. Die Ermittlungen gegen die Familie dauern an. Sollten die Verdächtigen verurteilt werden, müssen sie wohl erst einmal mit deutlich weniger als 40 Quadratmetern Wohnfläche auskommen.

In China werden häufig ganze Dörfer oder Stadtviertel abgerissen, um neue Infrastruktur zu schaffen. Seit 2011 gibt es genaue Regelungen, wie die Bewohner solcher Gegenden entschädigt werden. Offenbar wollte die Familie das bestehende System ausnutzen. 

Quellen:CNN, People.cn, jingning.gov.cn.

tkr

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