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Vater von US-Kugelstoßer: Dank Crowdfunding: Taxifahrer fliegt nach Rio, um seinem Sohn zuzujubeln

Ellis Hill hatte sich eigentlich schon damit abgefunden, dass er seinen Sohn nicht bei den Olympischen Spielen sehen kann. Doch dann traf er auf eine ganz besondere Kundin.

Ellis Hill und Liz Willock posieren für ein Foto

Kann dank einer Spendenaktion seinen Sohn bei Olympia sehen: Ellis Hill (rechts) mit Liz Willock

Ellis Hill arbeitet als Taxifahrer in Philadelphia – und wünschte sich nichts sehnlicher als seinen Sohn Darrell Hill zu den Olympischen Spielen zu begleiten. Der 22-Jährige ist Kugelstoßer und Mitglied des US-amerikanischen Olympiateams. Doch die Reise nach Rio de Janeiro ist teuer – Flug, Unterkunft und Tickets kosten mehrere Tausend Dollar. Geld, das der Vater und Taxifahrer nicht hatte.

Eine besondere Begegnung Ende Juli sollte das ändern: Hill fuhr die US-Amerikanerin Liz Willock vom Flughafen Philadelphia zu ihrem Hotel. Willock arbeitet an der Northwestern University und war beruflich in der Stadt. Die beiden kamen ins Gespräch und Hill erzählte seiner Kundin von seinem talentierten Sohn. Auf die Frage, ob er ihn bei dem Wettbewerb besuche, musste Hill verneinen. Er könne sich die Reise schlicht nicht leisten.

"Das hat mich traurig gemacht", berichtete Liz Willock gegenüber der "Washington Post". "Jeder liebende Vater würde seinem Kind bei den Olympischen Spielen zusehen wollen."

Darrell Hill beim Kugelstoßen

Ellis Hills Sohn, Darrell Hill, ist Kugelstoßer im US-amerikanischen Olympia-Team

Also rief sie auf der Crowdfunding-Seite GoFundMe eine Spendenaktion ins Leben. Das Ziel: 7500 US-Dollar für Flugtickets, Hotelkosten und Verpflegung. Das Geld sollte es Ellis Hill ermöglichen, nach Rio de Janeiro zu reisen.

Der Spendenaufruf entwickelte sich zu einem großen Erfolg: Binnen zwei Tagen war das Geld zusammen – und sogar noch mehr. Statt der erforderlichen 7500 Dollar sind mittlerweile 8200 Dollar auf dem Konto eingegangen.

Ellis Hill muss nun noch einen Reisepass beantragen und plant, am 15. August nach Rio zu fliegen. Sein Sohn Ellis kämpft am 18. August um eine Medaille im Kugelstoßen. "Ich bin wegen der Reise total aufgeregt. Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass ich überhaupt die Möglichkeit dazu bekomme", sagte er der "Washington Post". Auch sein Sohn sei angesichts des unerwarteten Besuchs ganz "verzückt".

Die Freude bringt der Athlet auch auf Twitter zum Ausdruck: "Ich möchte mich persönlich bei jeder Person bedanken, die gespendet hat und dazu beigetragen hat, dass mein Dad nach Rio reisen kann", schreibt der 22-Jährige. "Wir haben unser Ziel erreicht. Gott ist gütig."

ikr
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