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US-Präsident Dexamethason – das ist das Medikament, das Trump nun bekommt

Sean Conley über Gesundheitszustand des US-Präsidenten
Trumps Leibarzt Sean Conley gibt regelmäßig Updates zu dem Gesundheitszustand des US-Präsidenten
© Brendan Smialowski / AFP
Wie steht es um die Gesundheit des US-Präsidenten? Seine Ärzte sagen, sein Zustand habe sich "weiter verbessert". Bemerkenswert ist aber, dass Trump nun das Medikament Dexamethason bekommt. Es wird vor allem für schwerkranke Patienten empfohlen, die auf Sauerstoff angewiesen sind.

Trumps Ärzte-Team und sein Leibarzt Sean Conley zeigen sich weiterhin zuversichtlich, was den Krankheitsverlauf des US-Präsidenten betrifft: Der Gesundheitszustand des 74-Jährigen habe sich "weiter verbessert", teilten seine Ärzte auf einer Pressekonferenz mit. Auch eine mögliche Entlassung aus dem Krankenhaus stellten sie in Aussicht. Dies könne nach Auffassung der Mediziner frühestens am Montag der Fall sein. US-Präsident Trump wird wegen seiner Infektion mit dem Coronavirus aktuell im Walter-Reed-Militärkrankenhaus in Bethesda nördlich von Washington behandelt.

Aufhorchen lässt aber der Name eines Medikaments, der ebenfalls auf der Pressekonferenz fiel: Dexamethason. Neu ist das Mittel keineswegs. Es handelt sich um ein altbewährtes und günstiges Kortisonpräparat, das üblicherweise bei der Behandlung von Allergien zum Einsatz kommt. Dexamethason ist ein Entzündungshemmer und unterdrückt das Immunsystem – die Gabe bei Covid-19 mag auf den ersten Blick daher widersprüchlich erscheinen. Warum also kommt das Mittel auch bei Covid-19 zum Einsatz?

Sterblichkeit bei schweren Verläufen sinkt

Dexamethason machte bereits Mitte Juni Schlagzeilen. Damals veröffentlichten britische Mediziner eine Studie, die Hinweise dafür lieferte, dass das Mittel die Sterblichkeit von schwerstkranken Covid-19-Patienten senken kann. In der Studie zeigte sich, dass vor allem Patienten an Beatmungsgeräten von dem Medikament zu profitieren schienen. Die Sterblichkeit bei diesen Patienten sank um ein Drittel (35 Prozent) im Vergleich zu einer Kontrollgruppe. Bei Kranken, die lediglich Sauerstoff erhalten haben, sank die Sterblichkeit um ein Fünftel. Bei milderen Krankheitsverläufen zeigte das Mittel dagegen keine Wirkung.

Seit Mitte September befürwortet auch die Europäische Arzneimittelbehörde EMA den Einsatz des Medikaments bei Covid-Patienten, die auf künstliche Beatmung oder zusätzlichen Sauerstoff angewiesen sind. Dass das Mittel nun auch bei Trump zum Einsatz kommt, kann als Hinweis dafür gewertet werden, dass er mit stärkeren Beschwerden zu kämpfen hat oder zumindest zeitweise zusätzlichen Sauerstoff erhalten haben muss. Wie seine Ärzte mitteilten, seien seine Sauerstoffwerte in den vergangenen Tagen zweimal kurz gesunken. "Wie mit jeder Krankheit gibt es Hochs und Tiefs", sagte sein Leibarzt Conley. Neben Dexamethason erhält Trump weiterhin Dosen des antiviralen Mittels Remdesivir.

+++ Mehr zu Trumps Medikamenten lesen Sie hier. +++

Warum Dexamethason die Sterblichkeit bei schwerkranken Patienten reduziert, ist noch nicht vollends geklärt. Als wahrscheinlich gilt, dass das Mittel direkten Einfluss auf das Immunsystem nimmt, sich also nicht gegen das Virus selbst richtet. Experten gehen davon aus, dass das Mittel eine überschießende Reaktion des Immunsystems unterdrückt, die bei schwer erkrankten Covid-19-Patienten auftreten kann und im schlimmsten Fall zum Tode führt.


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