Erdbeben in Kaschmir 80.000 Tote im Katastrophengebiet


Mit einer Stärke von 7,6 auf der Richterskala bebte Anfang Oktober die Erde in der Grenzregion von Pakistan, Afghanistan und Indien. Es war das schwerste Erdbeben, das in dieser Region jemals stattfand.

Das Zentrum des Bebens lag etwa 95 Kilometer nordöstlich von Islamabad, der Hauptstadt Pakistans im nördlichen Teil des Landes nahe der Grenze zu Indien. Der pakistanische Teil Kaschmirs wurde am schwersten betroffen. Nach aktuellen Schätzungen kamen zwischen 75000 und 83000 Menschen ums Leben. Bis zu 3,5 Millionen Menschen wurden obdachlos. Ganze Dörfer wurden ausgelöscht, Straßen und Brücken verschwanden von der Bildfläche. Staatspräsident General Pervez Musharraf richtete einen Hilfsappell an die internationale Gemeinschaft, Pakistan mit Medizin, Zelten, Transporthubschrauber und Spenden zu unterstützen.

Die Hilfe lief zunächst nur schleppend an. Das lag zum Teil auch an den extrem schwierigen geografischen und klimatischen Bedingungen. Zahlreiche Opfer leben in abgelegenen Bergregionen und waren nur schwer zu erreichen. Nach wie vor benötigen die betroffenen Menschen dringend Hilfe. Anfang November, gut vier Wochen nach dem Beben, gab es immer noch zahlreiche Dörfer, die noch nicht von Hilfstransporten erreicht werden konnten. Das größte Problem ist die Bereitstellung von Helikoptern. Unterernährung, Durchfall und Atemwegserkrankungen betreffen vor allem Kinder. Es ist ein Wettlauf mit der Zeit, um die Menschen rechtzeitig vor Wintereinbruch mit dem Nötigsten zu versorgen.

Auf einer internationalen Geberkonferenz, die sechs Wochen nach der Katastrophe in Islamabad stattfand, sagte die internationale Gemeinschaft 5,8 Milliarden Dollar Finanzhilfe zu. Die Deutschen spendeten bisher 30 Millionen Euro.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker