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Drohung gegen Einkaufszentrum: Terroralarm in Essen: IS soll Bombenanschlag befohlen haben

Die Polizei hat am Samstag möglicherweise einen Bombenanschlag auf ein Essener Einkaufszentrum verhindert. Zwei Männer wurden festgesetzt, ihre Wohnungen durchsucht. Die Spur führt laut Medienberichten zur Terrormiliz IS.

Schwer bewaffnete Polizisten sichern in Essen das wegen einer Terrorwarnung geschlossene Einkaufszentrum Limbecker Platz

Schwer bewaffnete Polizisten sichern in Essen das wegen einer Terrorwarnung geschlossene Einkaufszentrum Limbecker Platz 

In Zusammenhang mit den Hinweisen auf einen drohenden Anschlag auf ein Einkaufszentrum in der Essener Innenstadt hat die Polizei in Oberhausen zwei Männer festgesetzt. Zunächst berichtete die Polizei am Samstag von der Durchsuchung einer Wohnung in Oberhausen und teilte mit: "Der Wohnungsinhaber wird vernommen."

Mit der Durchsuchung der Wohnung in Oberhausen begannen die Einsatzkräfte den Angaben zufolge um 13.30 Uhr. Gegen 14.10 Uhr setzte die Polizei dann einen weiteren Mann in einem Oberhausener Internetcafé fest. "Auch ihn werden Beamte heute vernehmen und seine Wohnung durchsuchen."

Der Schwerpunkt der polizeilichen Ermittlungen befinde sich aktuell in Oberhausen. Da auch das dortige Einkaufszentrum Centro "generell ein mögliches Ziel" darstelle, werde die Polizei dort "ab sofort deutlich präsent sein". Die Polizei stellte aber auch klar: "Momentan gibt es keine konkreten Hinweise auf einen geplanten Anschlag am Centro."

IS soll hinter Anschlagsplänen stecken

Medienberichten zufolge gehen die Essener Anschlagspläne auf das Konto der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS). Laut WDR hat eine Person aus dem Ausland mit Bezug zum IS den Auftrag für einen Bombenanschlag in Essen gegeben und die Bombenbauanleitung über das Netz mitgeliefert. In diesem Zusammenhang soll auch ein Mann stehen, der aus NRW nach Syrien zum IS gereist ist.

Laut "Bild" hat ein deutscher IS-Kämpfer aus Syrien den Auftrag für den Anschlag erteilt. Der aus Oberhausen stammende bekannte Islamist soll im Auftrag der IS-Führung per Messenger-Chat mehrere Personen im Ruhrgebiet mit dem Anschlag beauftragt haben. Diese Information habe der Verfassungsschutz über Geheimdienste erlangt, berichtet "Bild".

Hinweise kamen angeblich von Geheimdiensten

Wenige Tage nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt im vergangenen Dezember waren wegen angeblicher Attentatspläne auf das Oberhausener Einkaufszentrum Centro zwei Brüder in Duisburg festgenommen worden. Die Polizei hatte zuvor einen "ernstzunehmenden Hinweis aus Sicherheitskreisen" erhalten. Die Männer wurden jedoch wieder freigelassen, da sich der Verdacht gegen sie nicht erhärten ließ.

Die Essener Polizei hatte nach eigenen Angaben am Freitag von einer anderen Sicherheitsbehörde die Warnung vor einem drohenden Anschlag auf das Einkaufszentrum in Essen erhalten. Gemeinsam mit dem Management sei entschieden worden, das Einkaufszentrum heute nicht zu öffnen. "Bereits die ganze Nacht hindurch liefen Ermittlungen der Kriminalpolizei hinsichtlich möglicher Täter."

Die Polizei riegelte seit dem Morgen das Einkaufszentrum ab und durchsuchte das Gebäude mit Hunden. Die "Bild"-Zeitung berichtete auf ihrer Internetseite, die Hinweise auf den drohenden Anschlag stammten aus Geheimdienstkreisen. Demnach sei vor mehreren Selbstmordattentätern gewarnt worden, die das Einkaufszentrum mutmaßlich mit Bomben angreifen wollten. 

ivi / AFP