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Explosion in Kenia: Mehr als 100 Tote nach Pipeline-Leck

Bei einer Explosion in einem Slum bei Nairobi sind wahrscheinlich mehr als 100 Menschen gestorben. Eine Pipeline eines Benzin- oder Petroleum-Depots hatte ein Leck, das die Menschen anzog, die das austretende Öl sammeln wollten.

In Kenia sind Medienberichten zufolge Dutzende Menschen bei einem Feuer gestorben, das nach einem Leck in einem Benzintank ausgebrochen war. Die Explosion ereignete sich im Industriegebiet Lunga Lunga, das in einem dichtbesiedelten Slum liegt. Ein Augenzeuge berichtete, die Pipeline habe ein Leck gehabt und Slumbewohner seien herangeströmt, um das austretende Öl aufzufangen. Plötzlich habe es einen lauten Knall gegeben, und Rauch und Flammen seien hoch in den Himmel geschossen. Auch ein Sprecher des Roten Kreuzes bestätigte, die Opfer hätten versucht, Öl abzuzapfen.

Noch ist die Lage unübersichtlich. Die Zeitung "Daily Nation" schreibt auf ihrer Homepage, dass bisher 73 Leichen geborgen wurden. Die Polizei geht aber in jedem Fall von mehr als 100 Toten aus. In ein Krankenhaus in Nairobi wurden zusätzlich 112 Menschen mit Verbrennungen dritten Grades eingeliefert.

Todesfalle Pipeline-Lecks

Zeugen berichteten im Radio, an der Treibstoff-Pipeline, die durch den Slum führt, habe es ein Leck gegeben. Zahlreiche Retter seien im Einsatz und brächten Verletzte in umliegende Krankenhäuser. Jedoch sei es schwierig, die Unglücksstelle zu erreichen. Der Slum liegt rund zehn Kilometer außerhalb der Millionenstadt Nairobi.

Pipeline-Lecks und Tankerunglücke in Afrika locken häufig große Mengen von Armen an, die Treibstoff stehlen wollen. Dabei kommt es häufig zu durch Funken ausgelösten Großbränden mit zahlreichen Opfern. 2009 kamen 122 Menschen durch ein Feuer ums Leben, als sie Erdöl aus einem gekenterten Tanker in Westkenia abzapften.

ono/Reuters/DPA/AFP / DPA / Reuters
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