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Appell einer Mutter: Die erschütternde Wahrheit hinter diesem Bild

Eigentlich süß: Eine Mutter findet ihre dreijährige Tochter im Bad auf der Kloschüssel stehend. Sie macht ein Foto von der Situation - und bricht fast zusammen, als sie erfährt, was ihr Kind da wirklich tut.

Erst findet sie es niedlich. Als Stacey Wehrman Feeley ihre dreijährige Tochter in einer ungewohnten Position im Bad vorfindet, macht sie ein Foto, um es ihrem Mann zu schicken. "Ich machte das Bild, weil ich es anfangs lustig fand", schreibt sie auf Facebook. Die Tochter balanciert in ihrem Kleidchen auf der Kloschüssel und stützt sich mit der Hand an der Wand ab, um nicht zu fallen.

Doch kurz darauf erfährt die Mutter von ihrem Kind, was wirklich hinter der Sache steckt. "Als sie mir sagte, was sie tut, brach ich zusammen", schreibt Feeley weiter. Der Grund: Die Tochter spielt nicht, sie heckt auch keinen Streich aus - sie übt. Und zwar für den Ernstfall. "Sie übte für einen Lockdown Drill an ihrer Vorschule", schreibt Feeley, "Dafür, was sie tun soll, wenn sie auf dem Klo gefangen ist." Ein Lockdown Drill ist eine Übung, wie man sich im Fall eines Eindringlings zu verhalten habe - wenn es etwa einen Amoklauf oder einen Terroranschlag gibt.

Die Tochter steht hinter der Tür auf der und verhält sich leise, um von einem möglichen Schützen nicht bemerkt zu werden. "In dem Moment war all die Unschuld, die ich in meiner Dreijährigen gesehen hatte, dahin", schreibt Feeley. 

Diskussion um schärfere Waffengesetze

Auf Facebook hat sie das Bild geteilt und die Geschichte beschrieben. Und sie verknüpft eine Botschaft damit: "Politiker, schaut euch das an. Das ist euer Kind, das sind eure , Enkel, Großenkel und künftigen Generationen. Sie sind kaum drei Jahre alt und sie werden sich in Toilettenverschlägen verstecken und auf Klositzen stehen. [...] Niemand glaubt, dass mit der Kontrolle von Waffen auch 100 Prozent der Verbrechen zu kontrollieren sind. Aber vielleicht, nur vielleicht, hilft es bei 1 oder 2 Prozent? Wer kann das wissen, wenn wir es nicht versuchen? Warum um aller Welt gibt es keine universellen Hintergrundprüfungen? Wo ist eine Registrierungsdatenbank?"

Nur wenige Tage nach dem Anschlag in Orlando hat der Post aktuelle Brisanz. Immer wieder werden auch an US-amerikanischen Schulen Amokläufe verübt, immer wieder sterben Kinder. Die Diskussion um eine Verschärfung der Waffengesetze ist in den USA in vollem Gange, doch eine Änderung ist nicht in Sicht. Erst am Montagabend (Ortszeit) scheiterten mehrere Entwürfe für eine strengere Regelung im Senat. Mit ihnen hätte verhindert werden sollen, dass Menschen, die auf einer Terror- oder Flugverbotsliste geführt werden, Waffen kaufen können.

Für Feeley ist die Sache klar. Sie wendet sich in ihrem Post an Erfinder, Unternehmer, Politiker und fordert endlich Taten statt Petitionen. Ihren Post versieht sie mit den Hashtags ‪#‎dosomething‬, ‪#‎prayfororlando‬ , ‪#‎wecandobetter und‬ mit der Aufforderung, ihn zu teilen. "Ich sage nicht, dass ich alle Antworten habe oder auch nur ein paar davon", schließt sie ihren Appell. "Aber wenn ihr nicht wollt, dass eure Kinder auf Toiletten stehen, müssen wir etwas tun!"

car
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