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Fährschiff in Flammen: Außenhaut der "Lisco Gloria" wird gekühlt

Noch immer steht die "Lisco Gloria" lichterloh in Flammen. Die Feuerwehrschiffe haben derweil begonnen, ihre Löschtaktik zu ändern. Um das Schiff nicht zum Kentern zu bringen, kühlen sie nur noch die Außenhaut der Fähre ab.

Nach Einschätzung von Fachleuten kann das Feuer auf dem Personen- und Frachtschiff "Lisco Gloria" derzeit nicht gelöscht werden. "Wir sind dabei, die Außenhaut des Schiffes zu kühlen", sagte der Sprecher des Havariekommandos, Wolfgang Harlos, am Samstag in Cuxhaven. Damit soll der Untergang des 200 Meter langen Schiffes, das zwischen Fehmarn und Dänemark treibt, verhindert werden. Wenn immer mehr Löschwasser in die Fähre gepumpt würde, könnte sie kentern.

Das Wrack treibe auf offener See und sei zurzeit keine Gefahr für die Schifffahrt. Zwölf Hilfsschiffe seien im Einsatz, darunter ein Feuerwehr- und zwei Gewässerschutzschiffe, zwei Notschlepper und mehrere Seenotrettungskreuzer.

Unterdessen ist die Ursache für den Brand auf dem Fähr- und Frachtschiff noch völlig unklar. Das teilte der Sprecher der Reederei DFDS, Gert Jakobsen, am Samstag in Kopenhagen mit. "Es gehen da Vermutungen rum, dass das Feuer auf dem Autodeck ausgebrochen ist. Aber wir wissen nichts Definitives", sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Die Zuständigkeit für die Klärung liege jetzt bei den deutschen Behörden.

DFDS in Dänemark ist alleinige Eignerin der litauischen Reederei Lisco, für die das in Brand geratene Schiff fährt. Nach Angaben von Jakobsen sind alle 32 Besatzungsmitglieder Litauer. Mit dem Schiff habe es bisher keine Unglücke gegeben.

Er sagte, die Reederei werde den geretteten Passagieren die Möglichkeit geben, nach eigener Wahl entweder in Deutschland zu übernachten oder mit anderen Transportmitteln ihr Ziel Klaipeda in Litauen zu erreichen. "Wir werden alles tun, um den Reisenden zu helfen", sagte der Reedereisprecher.

Zur Bergung des "Lisco Gloria" nach dem Löschen des Brandes hat DFDS mittlerweile Schlepper geordert. Wohin das Schiff gebracht werden solle, sei noch unklar, sagte der Sprecher.

DPA / DPA