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Fall Rayshard Brooks US-Polizist sitzt nach tödlichen Schüssen auf Schwarzen im Gefängnis – Kollege auf Kaution frei

Sehen Sie im Video: Bodycam-Aufnahmen zeigen den ganzen Verlauf des Polizeieinsatzes in Atlanta, bei dem Rayshard Brooks getötet wurde.




Kürzlich veröffentliche Bodycam-Aufnahmen zeigen den Polizeieinsatz in Atlanta, der für den 27-jährigen Afroamerikaner Rayshard Brooks tödlich endet. 


Die Polizei wird gerufen, weil ein Autofahrer an der Zufahrt eines Schnellrestaurants eingeschlafen sei. 


Beamte 1: "Hallo. Geht’s Ihnen gut? Sie stehen mitten in der Drive-In-Schlange." 
… 
Beamte 1: "Alles gut?"
Brooks: "Ja"


Der Polizist geht zu seinem Wagen, muss aber zu Brooks zurückkehren, weil der 27-Jährige offenbar wieder am Steuer einschläft.  


Beamte 1: "Sie sind wieder eingeschlafen…Parken Sie Ihr Auto dort. Sofort."


Ein zweiter Polizist wird gerufen, um einen Alkoholtest durchzuführen. Brooks kooperiert zunächst mit den Beamten und beantwortet alle Fragen. 


Brooks stimmt einem Atemalkoholtest freiwillig zu, doch sein Alkoholgehalt ist offenbar über dem Limit.


Beamte 2: “Sie sind zu betrunken, um Auto zu fahren.”


Als die Polizisten versuchen, ihn festzunehmen, leistet er Widerstand. Es kommt zu einem Handgemenge. Bei der Rangelei entwendet Brooks den Beamten einen Taser.  


Der Afroamerikaner versucht zu fliehen, während ein Polizist mit seiner Elektroschockwaffe auf ihn schießt.  


Brooks dreht sich um und richtet scheinbar die gestohlene Taser-Waffe auf den verfolgenden Polizisten. Daraufhin schießt der Beamte drei Mal mit seiner Handpistole. 


Später wird Brooks in einem Krankenhaus für tot erklärt. 


Am Tag nach der Tat meldet die Bürgermeisterin von Atlanta, Keisha Lance Bottoms, offen Zweifel an der Verhältnismäßigkeit der Gewalt an. 


Die Polizeichefin Erika Shields tritt zurück. 


Der Beamte, der die Schüsse abgegeben hat, wird entlassen. Sein Kollege wird vorläufig suspendiert. 
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Der US-Polizist, der in Atlanta den Afroamerikaner Rayshard Brooks erschossen hat, ist verhaftet worden. Ihm werden unter anderem Mord und schwere Körperverletzung vorgeworfen. Ein zweiter Beamte stellte sich den Behörden, kam aber auf Kaution wieder frei.

Nach den tödlichen Schüssen auf einen Afroamerikaner in der US-Großstadt Atlanta ist der des Mordes beschuldigte Ex-Polizist Garrett R. festgenommen worden. Der 27-Jährige befindet sich nach Behördenangaben vom Donnerstag in einem Gefängnis der Hauptstadt des Bundesstaates Georgia. Die Staatsanwaltschaft hatte am Mittwoch einen Haftbefehl gegen R. ausgestellt und ihm einen Tag Zeit gegeben, sich den Behörden zu stellen.

Der weiße Polizist hatte Ende vergangener Woche den Afroamerikaner Rayshard Brooks erschossen, als dieser sich der Festnahme entziehen wollte. Er feuerte dem flüchtenden Brooks zwei Mal in den Rücken. Die Ermittler werfen dem nach den Schüssen aus dem Polizeidienst entlassenen R. unter anderem Mord und schwere Körperverletzung vor. Offiziell angeklagt ist der Ex-Polizist noch nicht. Über eine Anklage muss in Georgia eine Gruppe von Laienrichtern (Grand Jury) entscheiden.

Fall Rayshard Brooks: zweiter Polizist auf Kaution freigelassen

Ein zweiter weißer Polizist stellte sich am Donnerstag ebenfalls den Behörden und wurde dann gegen Kaution freigelassen. Die Ermittler werfen Devin B. unter anderem schwere Körperverletzung vor, weil er sich auf die Schulter des schwerverletzt am Boden liegenden Brooks gestellt haben soll.

Die tödlichen Polizeischüsse wenige Wochen nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis hatten die Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA neu angeheizt.

Die Polizei in Atlanta war am vergangenen Freitag gerufen worden, weil der offenbar angetrunkene Brooks in seinem Auto eingeschlafen war und die Einfahrt zu einem Schnellrestaurant blockierte. R. und B. nahmen einen Alkoholtest bei Brooks vor und wollten ihn dann festnehmen.

Rayshard nahm Polizisten Elektroschocker weg

Der dreifache Familienvater widersetzte sich der Festnahme aber. Es kam zu einem Handgemenge mit den beiden weißen Polizisten, bei dem Brooks einem Beamten einen Elektroschocker entriss, wegrannte und schließlich mit dem Taser in Richtung von R. feuerte. Dieser erschoss den Afroamerikaner.

US-Präsident Donald Trump hat R. in Schutz genommen. "Man darf sich gegen einen Polizeibeamten nicht derart wehren", sagte Trump am Mittwoch im konservativen Nachrichtensender Fox News. "Und so ist es passiert, dass die Situation einen sehr schlimmen Ausgang genommen hat."

mod / <br/> AFP

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