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Farnborough: Cessna stürzt in Wohngebiet

Beim Absturz eines Kleinflugzeugs in ein Wohngebiet südlich von London sind alle fünf Insassen an Bord ums Leben gekommen. Ein Wohnhaus wurde komplett zerstört. Der Pilot hatte zuvor einen Notruf gefunkt.

Schock und Todesangst an einem friedlichen sonnigen Sonntagnachmittag in einem Wohngebiet am Südrand von London: Mit "einem grauenhaften Vibrieren der Motoren" stürzte kurz nach 14.30 Uhr ein Kleinflugzeug mit fünf Menschen an Bord in der Siedlung Broadwater Gardens ab. Alle Insassen der Maschine wurden getötet. Wie durch ein Wunder wurde in der Siedlung niemand verletzt - abgesehen von zwei Menschen, die Schocks erlitten. "Viele Leute schrien vor Angst um ihre Kinder, die draußen spielten", sagte Any Hone. "Es war furchtbar."

Nach Angaben der Polizei, die den Tod der fünf Insassen bei einer Pressekonferenz bestätigte, waren zwei Piloten und drei Passagiere an Bord. Der Sender Sky News berichtete, die Passagiere seien Mitglieder einer Familie gewesen. Ein Einfamilienhaus, gegen dessen Dach das Flugzeug prallte, brannte weitgehend aus. "Die Besitzer haben Riesenglück gehabt, sie sind noch im Urlaub", sagte eine Nachbarin.

"Mayday gefunkt"

Die Unglücksmaschine - ein zweistrahliges Geschäftsflugzeug vom Typ Cessna Citation mit acht Sitzen - sei kurz vor dem Absturz vom nahe gelegenen Privatflugplatz Biggin Hill aufgestiegen. Sie sollte nach Frankreich fliegen. Der Pilot habe jedoch kurz nach dem Start das Notsignal "Mayday" ausgelöst und über Funk von "Vibrationen" berichtet. Nach Angaben des Piloten einer anderen Maschine, der den Funkverkehr mithörte, wurde der Cessna sofort Landeerlaubnis erteilt. Doch die Turbinen hätten dann offenkundig versagt.

"Als ich dieses grauenhafte und enorm laute Vibrieren hörte, bin ich rausgerannt", berichtete Jason Morell. "Meine beiden kleinen Töchter spielten auf der Straße. Ich rannte zu ihnen als die Maschine runterkam." Nach Polizeiangaben erlitten zwei Einwohner von Broadwater Gardens einen Schock und wurden im nahen Princess Royal University Hospital behandelt.

Streit um Flughafen

Das relativ dicht besiedelte Wohngebiet mit einfachen Einfamilien- und Reihenhäusern gehört zur Ortschaft Farnborough, die wiederum zur Grafschaft Kent gehört und innerhalb von Greater London liegt.

Mehrere Einwohner berichteten, das Unglücksflugzeug sei getrudelt und "gefährlich dicht über die Dächer geflogen". Viele klagten, dass der Flugplatz Biggin Hill wegen seiner Nähe zu der Siedlung schon seit Jahren als "erheblicher Gefahrenherd" gelte. "Wir haben uns immer wieder beschwert und gesagt, früher oder später stürzt so ein Flugzeug auf eines unserer Häuser."

Thomas Burmeister/DPA / DPA
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?