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Florida: Mord am eigenen Sohn? Wie eine Mutter die Polizei hinters Licht führte

Eine Mutter meldet ihren Sohn als vermisst. Er sei entführt worden, behauptet sie bei der Polizei. Doch die 21-Jährige verstrickt sich im Laufe der Ermittlungen in Widersprüche.

Ermittlungsleiter Randall Chaney (mitte) ließ die Mutter des toten Jungen verhaften

Ermittlungsleiter Randall Chaney (mitte) ließ die Mutter des toten Jungen verhaften

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Am Ende hatte die junge Mutter jedwede Glaubwürdigkeit bei den Beamten verspielt. Noch am Montag hatte die Polizei in Largo, Florida, eine Fahndung nach ihrem Sohn in die Wege geleitet. Die 21-Jährige hatte ihr zweijähriges Kind als vermisst gemeldet. Doch die Polizisten konnten am Dienstagnachmittag den Jungen nur noch tot in einem Waldstück bergen. Die Mutter sitzt nun selber in Untersuchungshaft: Der Tatverdacht lautet auf Kindestötung.

Damit nimmt der Fall eine Wendung, der zuvor noch als Entführung begonnen hatte. Zumindest musste die Polizei davon ausgehen. Zunächst berichtet die 21-jährige Mutter gegenüber den Fahndern, sie sei niedergeschlagen worden. Als sie aufwachte, habe von ihrem Sohn jede Spur gefehlt.

Die Polizisten zweifelten an den Aussagen

Erstmalig stutzig wurden die Polizisten, als sich die Frau bei der Schilderung des Tathergangs widersprach. Zunächst behauptete sie, ein Mann habe sie während eines Spaziergangs im Park k.o. geschlagen und sei mit ihrem Sohn abgehauen. Bei der nächsten Befragung gab sie aber an, als Beifahrerin bei einem Mann zugestiegen zu sein. Der habe sie niedergeschlagen und sei mit dem Kind davon gefahren. Der Fahrer sei 25 Jahre alt gewesen, habe Goldzähne und führe einen weißen Toyota Camry.

Doch die Beamten stellten nach diesen Aussage fest, dass die junge Mutter zwar Wunden davon getragen hatte. Die habe sie sich aber selber zugefügt, sagt der Ermittlungsleiter gegenüber dem US-Sender CNN. Auch hätten seine Kollegen nach dem Fund der Kinderleiche von Zeugen erfahren, dass sich am Fundort eine junge Frau herumgetrieben hätte. Die Beschreibungen trafen auf die Mutter zu.  

Die Mutter hatte das Sorgerecht bereits verloren

Laut CNN gab sie in einem Verhör nun zu, ihren Sohn mit der Rückhand geschlagen zu haben. Der Kopf schlug dabei an einer Wand auf. In der Nacht habe sich der Zustand des Kindes so sehr verschlechtert, dass sie es in das Waldstück schaffte. Noch am Donnerstag verhaftete die Polizei die Frau. Ihr droht nun eine Anklage wegen Kindsmord.

Völlig unbekannt war die Frau den Behörden nicht. Ihr und dem Vater des Kindes war eigentlich das Sorgerecht entzogen worden, zitiert CNN aus einem Bericht der Kinderschutzbehörde. Der kleine Sohn musste in einem verdreckten Zuhause aufwachsen. Waffen und Drogen lägen dort frei herum.

sos
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