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Flugzeugabsturz in Indien: Acht Menschen überleben das Unglück

Die Boing 737 der Air India kam aus Dubai, hatte Gastarbeiter auf dem Weg in die Heimat an Bord. Bei der Landung schoss das Flugzeug über die Landebahn hinaus und fing Feuer. Acht Menschen haben das Unglück überlebt.

Beim Absturz einer Passagiermaschine vom Typ Boeing 737 der Fluggesellschaft Air India sind am Samstag in der südwestindischen Stadt Mangalore nach offiziellen Angaben 158 Menschen ums Leben gekommen. Die aus Dubai kommende Maschine der Billig-Fluggesellschaft Air India Express schoss über die Landebahn hinaus, prallte gegen eine Begrenzungsmauer, stürzte in ein Tal und fing Feuer.

An Bord der verunglückten Maschine seien 160 Reisende und eine sechsköpfige Besatzung gewesen, teilte die Fluggesellschaft Air India mit. Acht Menschen hätten das Unglück überlebt, teilte der Minister für zivile Luftfahrt mit. Die Helfer bargen bereits fast alle Leichen. Viele Körper waren bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Das hügelige, mit Bäumen bewachsene Gelände erschwerte die Arbeit der Rettungsmannschaften.

Überlebende aus Wrack gerettet

Das Flugzeug habe nach einem lauten Knall Feuer gefangen, sagte ein Überlebender, Ummer Farooq Mohammed, der Verbrennungen im Gesicht und an den Händen erlitt. Insgesamt wurden acht Verletzte wurden ins Krankenhaus gebracht. Auch ein etwa siebenjähriges Mädchen wurde mit schweren Verbrennungen gerettet. Viele der Passagiere waren Inder, die in den Golfstaaten arbeiteten.

Ein Riss im Flugzeugkörper war da, wo ich saß", sagte der Überlebende Farooq dem Sender NDTV. "Ich bin sofort herausgesprungen. Als ich weglief, war das Flugzeug von Flammen umgeben." Ein weiterer überlebender Passagier namens Manikutty sagte, es habe keine Warnung gegeben und nach einer weichen Landung ausgesehen. "Sofort nach der Berührung der Landebahn gab es einen Ruck, wenig später prallte die Maschine auf ein Hindernis", sagte er. "Das Flugzeug zerbrach in der Mitte und ging in Flammen auf", zitierte ihn die Nachrichtenagentur PTI.

Geringe Sicht und Regen zum Unglückszeitpunkt

Der Unfall hat sich gegen 6.30 Uhr Ortszeit ereignet. Im amerikanischen Fernsehsender CNN hieß es, die Sicht sei zum Unglückszeitpunkt gering gewesen, es habe geregnet. Der Flughafen liegt auf einer von Hügeln umgebenen Hochebene.

Die Unglücksursache war zunächst unklar. Der Flug IX-812 habe kein Notsignal abgesetzt, sagte ein Vertreter von Air India. Der britische Pilot sei sehr erfahren gewesen und habe Mangalore mehrfach angeflogen. Das zweieinhalb Jahre alte Flugzeug habe bis zu dem Unglück keine Mängel aufgewiesen, sagte der Luftfahrt-Minister weiter. Anscheinend habe der Jet mit einem Flügel ein Gerät auf der Piste touchiert und sei dann außer Kontrolle geraten. Das Ministerium für Zivilluftfahrt erklärte, aus aufgezeichneten Gesprächen im Cockpit gehe hervor, dass die Maschine vor der Landung normal funktioniert habe.

"Das ist eine große Katastrophe", sagte der Innenminister von Karnataka, V.S. Acharya. Der indische Ministerpräsident Manmohan Singh sprach den Angehörigen der Überlebenden sein Beileid aus und sagte ihnen finanzielle Entschädigung zu

Schwerstes Unglück seit 1996

Air India Express ist eine Tochterfirma der staatlichen Air India und bietet Billigflüge nach Dubai und zu Zielen am Persischen Golf an, wo Tausende Inder beschäftigt sind. Air India habe in der Vergangenheit darauf bestanden, dass nur sehr erfahrene Piloten solche hoch gelegenen Flughäfen anfliegen. In den vergangenen Jahren habe die Fluggesellschaft aber zahlreiche Piloten aus dem Ausland eingestellt, die möglicherweise mit dem Terrain nicht besonders vertraut seien, so ein indischer Luftfahrtexperte.

Das Unglück ist möglicherweise das schwerste in Indien seit November 1996. Damals wurden beim Zusammenstoß einer saudischen Maschine und einem Frachtflugzeug aus Kasachstan 349 Menschen getötet.

Reuters/APN/DPA/AFP/DPA/Reuters