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Haft wegen Nichtigkeit: Frau muss nach Einkauf bei Ikea hinter Gitter, weil sie nicht genau aufpasste

Weil sie beim Bezahlen ihres Ikea-Einkaufs einen kleinen Fehler machte, kam eine junge Französin für 24 Stunden in Untersuchungshaft. Inzwischen hat sich der schwedische Möbelriese entschuldigt.

Ikea - Frankreich - Festnahme

Kunden stehen an einer Kasse bei Ikea (Symbolbild)

DPA

Schon länger bieten verschiedene Unternehmen Kunden an, ihren Einkauf an sogenannten Selbstbedienungskassen einscannen und dort dann auch bezahlen zu können. Auch beim schwedischen Möbelriesen Ikea gibt es dieses Angebot, das einer Französin Anfang Oktober jedoch jede Menge Ärger einbrachte: Die junge Frau, die den Vorfall auf Twitter publik machte und sich dort Emilie nennt, wurde nach der Nutzung der SB-Kasse nämlich festgenommen.

Was war passiert? Eigenen Angaben zufolge war Emilie gemeinsam mit ihrem Vater in der Ikea-Filiale und entschloss sich nach dem Gang durch die Ausstellungsräume, an erwähnter SB-Kasse zu zahlen. Also scannte sie die vier im Einkaufswagen befindlichen Frischhaltedosen ein, bezahlte sie und ging Richtung Ausgang, als sie von einem Wachmann gestoppt wurde. Der Mann warf der jungen Frau demnach vor, mehrere Waren unbezahlt eingepackt zu haben. Wie sich herausstellte, hatte er damit recht. So wiesen auch die Deckel der Dosen einen Strichcode auf und hätten entsprechend ebenfalls erfasst werden müssen. Obwohl die Französin beteuerte, dies nicht bemerkt zu haben und sie sogleich anbot, die Deckel nachträglich zu bezahlen, blieb der Wachmann stur und informierte den Geschäftsführer.

Ikea zieht Anzeige zurück und entschuldigt sich

Der wiederum wollte der Version von Vater und Tochter nicht glauben und rief die Polizei. Das Unheil nahm seinen Lauf. Weil die Polizisten bandenmäßigen Betrug witterten, brachten sie die beiden auf die Wache und steckten die vermeintlichen Betrüger getrennt voneinander in U-Haft-Zellen. Dort sollten Emilie und ihr Vater letztlich 24 Stunden verbringen müssen, ehe einer Beamtin der Irrsinn auffiel und diese daraufhin den zuständigen Untersuchungsrichter informierte. Ergebnis: Beide kamen frei.

Emilie machte den Vorfall vom 1. Oktober acht Tage später mit zahlreichen Tweets publik, ihre Geschichte wurde tausendfach retweeted und sammelte binnen kurzer Zeit mehrere hundert Kommentare ein. In der Folge sah sich dann offensichtlich auch Ikea zu einer Stellungnahme verpflichtet. "Ikea Frankreich wurde über einen Vorfall am 1. Oktober in einem seiner Geschäfte informiert. Wir bevorzugen in der Regel immer den Dialog und bedauern den Fall aufrichtig", schrieb das Unternehmen ebenfalls auf Twitter. Und weiter: "Wir werden unsere Anzeige zurückzuziehen und entschuldigen uns."

Kaum versöhnliche Töne der Beschuldigten

Für Emilie kam die Entschuldigung aber offensichtlich etwas zu spät. "Danke, dass ihr den Fehler zugegeben habt, aber die Anzeige wurde (soweit ich weiß) erst am Montagabend zurückgezogen, als wir schon für unschuldig befunden wurden. Wenn ihr wirklich den Dialog vorziehen würdet, dann hätte es meine Tweets nicht gegeben", antwortete sie Ikea wenig versöhnt.

Einen Tipp für künftige Kunden hatte sie auch noch parat: "Scannen Sie Ihre Artikel gewissenhaft und vergessen Sie nicht, dass Sie für Tupperdosen in den Knast gehen können - zum Totlachen".

Quellen: Twitter-Account Emilie/Twitter Account Ikea France

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mod
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