Katholischer Heiliger
800 Jahre lang verborgen: Kirche zeigt Gebeine des Franz von Assisi

Die Gebeine des Heiligen Franz von Assisi
Im Vatikan zu sehen: Die Gebeine des Heiligen Franz von Assisi
© AFP
Die Reliquien des 1226 verstorbenen Bettelmönchs Franz von Assisi, dem Gründer des Franziskanerordens, werden seit Sonntag in der italienischen Bergstadt Assisi ausgestellt.

Bis zum 22. März können Gläubige (und weltliche Besucherinnen und Besucher) eine „bedeutungsvolle Erfahrung“ machen, erklärte der Sprecher des Franziskanerklosters von Assisi, Giulio Cesareo. Denn so lange wird in der italienischen Stadt Assisi der berühmteste Sohn der Stadt öffentlich aufgebahrt: Der heilige Franz von Assisi. Der starb bereits 1226, seine Gebeine aber wurden von seinen Anhängern als Reliquien verehrt und aufbewahrt. 

Erstmals seit 800 Jahren sind sie nun öffentlich zu sehen. Franz von Assisi wirkte im 13. Jahrhundert. Als Sohn eines reichen Tuchhändlers entsagte er jeglichen Besitzes und widmete als mittelloser Bettelmönch sein Leben den Armen. Am 3. Oktober 1226 starb er, zwei Jahre später wurde er heiliggesprochen. Seine Gebeine wurden dann in die 1230 zu seinen Ehren erbaute Basilika in Assisi überführt. 

Franz von Assisi in Glasvitrine aufgebahrt

Zwar ist es das erste Mal, dass die Knochen für Besucher frei zugänglich sind, ausgewählte Personen durften sie aber auch früher schon aus der Nähe betrachten: 1818 wurde das Skelett des Heiligen wieder ausgegraben, wissenschaftlich untersucht und auf seine Echtheit überprüft. 1978 war es für einen Tag einer begrenzten Personenzahl zugänglich. Giulio Cesareo sagt, der „versehrte“ Zustand der Knochen des katholischen Heiligen zeige, dass er sich „voll und ganz“ seinem Lebenswerk verschrieben habe.

Das 800 Jahre alte Skelett ist derzeit in einer mit Stickstoff gefüllten Plexiglas-Vitrine aufgebahrt, die mit der lateinischen Inschrift „Corpus Sancti Francisci“ (Der Leib des Heiligen Franz) versehen ist. Die Vitrine ruhte seit 1978 in einem Metallkasten innerhalb eines Steingrabs der Krypta der Basilika San Francesco.

Franz ist der Nationalheilige Italiens

Geschützt werden die Gebeine durch einen weiteren versiegelten und kugelsicheren Glaskasten. Überwachungskameras sollen rund um die Uhr in Betrieb sein, um die Unversehrtheit der sterblichen Überreste zu gewährleisten. Der heilige Franz von Assisi gilt als Schutzpatron Italiens. 

Anlässlich seines 800. Todestages wurde der 4. Oktober zu seinen Ehren erneut zum nationalen Feiertag erklärt. Vor rund 50 Jahren war dieser Feiertag aus finanziellen Gründen abgeschafft worden. Die Wiedereinführung des Feiertags ist auch eine Hommage an den im vergangenen Jahr verstorbenen Papst Franziskus: Als erster Papst überhaupt hatte der den Namen des Heiligen Franz angenommen. 

AFP
wt

PRODUKTE & TIPPS

Kaufkosmos

Mehr zum Thema