HOME

Geisterfahrt auf A71 : Genug vom Stau: Fahrer dreht einfach um und fährt durch Rettungsgasse

Um einem Stau zu entkommen, entscheidet sich ein Fahrer auf der A71 für ein gefährliches Manöver: Er dreht mitten auf der Autobahn um und fährt durch die Rettungsgasse in die falsche Richtung. Die Polizei sucht mit einem Video nach Zeugen der Geisterfahrt.

Verkehrt herum in Rettungsgasse: Polizei sucht Geisterfahrer auf der A71 bei Ilmennau

Am vergangenen Ostersonntag bot sich auf der A71 bei Ilmenau dasselbe Bild wie auf vielen Autobahnen im Land: Stau, nichts ging mehr. In Richtung Erfurt hatte es einen Unfall gegeben. Für die Rettungskräfte bildeten die Autofahrer eine vorbildliche Gasse, lobte die Polizei Thüringen in einer Erklärung. Doch einem Fahrer wurde das Warten offenbar zu viel.

Er wendete einfach auf der Autobahn und fuhr als Geisterfahrer gegen den Strom durch die Rettungsgasse. 1,5 Kilometer legte er so bis zur nächsten Ausfahrt zurück - und fuhr natürlich ebenfalls auf der falschen Seite von der Autobahn ab.

Andere Autofahrer, die im Stau festsaßen, beobachteten den Mann bei seinem verbotenen Manöver und hielten die Geisterfahrt auf Video fest. So konnte die Polizei das Auto in der Zwischenzeit identifizieren. Es stammt aus Nordbayern. "Sein Kennzeichen ist bekannt. Das Verfahren läuft", sagte ein Polizeisprecher der lokalen Onlinezeitung "InFranken". Gegen den Fahrer sei Strafanzeige wegen Gefährdung des Straßenverkehrs erstattet worden.

Polizei sucht nach weiteren Zeugen

Die Polizei sucht nun nach weiteren Zeugen. "Wer wurde durch das Auto gefährdet, musste in der Autobahnauffahrt selbst bremsen, zur Seite springen oder sonst ausweichen? Wem kam das Auto auf der Auffahrt Ilmenau West entgegen?", fragen die Beamten auf Facebook. Unter der Telefonnummer 036601-700 können sich Zeugen jederzeit bei der Autobahnpolizei oder bei jeder anderen Polizeidienststelle melden.

Verkehrt herum in Rettungsgasse: Polizei sucht Geisterfahrer auf der A71 bei Ilmennau


Dem Geisterfahrer von der A71 droht ein Fahrverbot

Es ist wohl nur dem reinen Glück zu verdanken, dass bei der lebensgefährlichen Aktion niemand verletzt oder ein weiterer Unfall verursacht wurde. Dem Geisterfahrer drohen nun bis zu 200 Euro Bußgeld, Punkte in Flensburg und ein Fahrverbot.

In den Unfall, der den Stau auslöste, waren ein Auto und ein Kleinbus verwickelt. Der Kleinbus war ins Schleudern geraten, das Auto konnte nicht mehr ausweichen. Laut der Polizei wurden drei der Insassen leicht verletzt.

Staubilanz 2016: Das sind die verkehrsreichsten Städte Deutschlands
ivi
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?