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Nationale Samenbank: Briten spenden zu wenig Sperma

Ganze neun Männer haben bislang der neuen, nationalen Samenbank in Großbritannien eine Spende gegeben - das ist entschieden zu wenig. Deshalb plant die Chefin eine große Werbekampagne. 

Samenspende

Die Werbekampgane für mehr Spendersperma will den männlichen Briten schmeicheln, um sie zu motivieren

Ein Jahr nach ihrer Eröffnung mangelt es  Großbritanniens massiv an Spendder nationalen Samenbankern. Wie ihre Chefin Laura Witjens der britischen Tageszeitung "The Guardian" vom Dienstag sagte, gibt es derzeit landesweit nur neun Männer, die der Einrichtung ihr Sperma zur Verfügung stellen. Um dies zu ändern, solle im September eine neue Werbekampagne gestartet werden. Ziel ist nach Witjens' Angaben, binnen drei bis fünf Jahren ausreichend Spender zu haben.

Um dies zu erreichen, will sich die im zentralenglischen Birmingham ansässige Samenbank am Vorbild Dänemarks orientieren, wo die Zuständigen gezielt und erfolgreich dem männlichen Ego schmeicheln. "Sie sagen, dass ihre Exportprodukte Bier, Lego und Sperma sind - das ist ein Anreiz, stolz zu sein", sagte Witjens. Ihre Botschaft laute daher: "Männer, beweist Euren Wert, zeigt, worin ihr gut seid." Sie sei zuversichtlich, auf diese Weise "hunderte Spender" zu gewinnen, sagte Witjens.

Die nationale Samenbank in Birmingham war als Reaktion auf einen Mangel auf Spendersperma gegründet worden. Sie erhält öffentliche Finanzmittel, ist aber unabhängig. Pro Samenspende zahlt die Einrichtung derzeit 35 Pfund (etwa 48 Euro). Witjes sagte, ein höherer Betrag würde vermutlich mehr Spender anlocken, aber Geld verderbe auch den Charakter. "Wenn jemand weiß, dass er über vier Monate hinweg 200 Pfund pro Woche verdienen kann, könnte er Angaben zu seiner Gesundheit zurückhalten", gab sie zu bedenken.

tis / AFP
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