Havarierter Walfänger Antarktis droht Umweltkatastrophe


In der Antarktis droht eine Umweltkatastrophe durch das havarierte japanische Walfangschiff. Das Packeis könnte laut Greenpeace die "Nisshin Maru" beschädigen, Öl und Chemikalien könnten auslaufen.

Der in der Antarktis havarierte japanische Walfänger wird Greenpeace zufolge zunehmend von Packeis bedroht und könnte eine Umweltkatastrophe auslösen. Es treibe bereits eine große Eisscholle in der Nähe der "Nisshin Maru", sagte Sarah Holden, Sprecherin der Umweltschutzorganisation, der Nachrichtenagentur Reuters am Montag per Telefon aus der Region. Sollte sich der Wind drehen, bestehe die Gefahr einer Kollision. Auch für die kommende Zeit man mit zunehmenden Packeis rechnen, da in der Region der Winter bevorstehe. Bereits seit Tagen gibt es Befürchtungen, Öl und Chemikalien könnten aus dem Mutterschiff der japanischen Walfang-Flotte austreten und eine nahe gelegene Pinguin-Kolonie bedrohen.

Auf dem Schiff war am Donnerstag Feuer ausgebrochen, das inzwischen gelöscht ist. Bislang ist der Mannschaft aber nicht gelungen, die Antriebsmotoren wieder zu starten. Allerdings läuft ein Generator zur Strom-Versorgung und für die Heizung wieder. Derzeit ist das Schiff zwischen zwei anderen Walfängern festgezurrt, um ein Abdriften ins Eis zu verhindern. Bei dem Unglück war ein Mann getötet worden, 126 der rund 150 Besatzungsmitglieder wurden in Sicherheit gebracht.

Greenpeace, ein scharfer Kritiker des japanischen Walfangs, hatte angeboten, die "Nisshin Maru" mit ihrem in der Nähe liegenden Schiff "Esperanza" abzuschleppen. Die japanische Regierung lehnt dies aber ab und will erreichen, dass ihr Schiff aus eigener Kraft weiterfährt.

Reuters Reuters

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker