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Hochtaunuskreis: Neun Monate alter Junge vermutlich an Cholera gestorben

Ein neun Monate alter Junge aus dem hessischen Hochtaunuskreis ist vermutlich an Cholera gestorben. Das Kind war am Mittwoch von einer Auslandsreise zurückgekehrt und mit Brechdurchfall in ein Frankfurter Krankenhaus gebracht worden. Es starb noch in der Nacht zum Donnerstag.

Ein neun Monate alter Junge aus dem hessischen Hochtaunuskreis ist vermutlich an Cholera gestorben. Das Kind war am Mittwoch von einer Auslandsreise zurückgekehrt und mit Brechdurchfall in ein Frankfurter Krankenhaus gebracht worden. Es starb noch in der Nacht zum Donnerstag.

Die Ärzte gehen davon aus, dass das Kind an Cholera erkrankt war. Letzte Gewissheit soll der Laborbericht geben, der im Laufe des Vormittags erwartet wird, sagte ein Sprecher des Landratamtes am Freitag.

Alle sechs Menschen, die zuletzt Kontakt mit dem Kind hatten, wurden unter Quarantäne gestellt. Nach Angaben des Behördensprechers ist jedoch bislang niemand infiziert worden. Der Junge habe sich mit seiner Familie kurz zuvor in Pakistan aufgehalten. Es sei wahrscheinlich, dass er sich dort angesteckt habe.

Cholera-Erreger finden sich in verunreinigtem Trinkwasser und lösen starkes Erbrechen sowie Durchfall aus. Der Körper verliert unter Umständen bis zu 20 Liter Wasser am Tag. Im Extremfall kann dies innerhalb von kurzer Zeit tödlich enden.

In Deutschland kommt Cholera nach Angaben des Robert Koch- Instituts (RKI) äußerst selten vor. So wurden dem RKI im Jahr 2008 keine Erkrankungen gemeldet. In den Jahren zuvor waren es nach Angaben des Epidemiologischen Bulletins zwischen drei (2004) und null Cholerafällen (in den Jahren 2002 und 2005).

DPA / DPA
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