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Welthunger-Index Fast 800 Millionen Menschen weltweit haben nicht genug zu Essen


In den letzten 15 Jahren ist die Welthungerrate um etwa 5 Prozent gesunken, doch trotzdem leiden Millionen Menschen an Unterernährung. Schuld sind auch die zahlreichen bewaffneten Konflikte.

Trotz Fortschritten bei der Bekämpfung von Hunger weltweit ist die Zahl der hungernden Menschen nach Angaben von Hilfsorganisationen weiterhin unerträglich hoch. Etwa 795 Millionen Menschen seien unterernährt, heißt es in dem jetzt veröffentlichten Welthunger-Index 2015. Jedes vierte Kind sei von Wachstumsverzögerungen betroffen, neun Prozent aller Kinder litten unter Auszehrung. Zumeist seien heute bewaffnete Konflikte die Ursache von Hunger.

Für ihre Untersuchung werteten das Forschungsinstitut Ifpri, die Hilfsorganisation Concern Worldwide und die Welthungerhilfe Daten aus 117 Ländern aus. Dem Index zufolge gibt es in acht Ländern immer noch "sehr ernste" Hungerwerte. Die Mehrzahl liege in Afrika südlich der Sahara. Das größte Hungerproblem wurde für die Zentralafrikanische Republik, für den Tschad und Sambia ermittelt. Wegen Mangels an aktuellen Daten zur Unterernährung fehlen Länder wie Eritrea, Burundi oder der Sudan auf der Liste, die 2014 sehr hohe Hunger-Werte hatten.

Bekämpfung verpufft durch bewaffnete Konflikte

Seit dem Jahr 2000 ist der Anteil der Unterernährten an der Weltbevölkerung von 18,5 auf 13,1 Prozent gesunken. Die auf Hunger zurückzuführenden Wachstumsverzögerungen bei Kindern gingen von 37,5 auf 28,2 Prozent zurück. Der Sterblichkeitsrate bei Kindern unter fünf Jahren sank von 8,2 auf 4,9 Prozent. Allerdings starben immer noch etwa 600.000 Menschen bei Hungersnöten.

Die Organisationen hoben hervor, dass es seit dem Ende des 20. Jahrhunderts keine katastrophalen Hungersnöte mehr gegeben habe. Erfolge bei der Bekämpfung von Hunger würden jedoch "verpuffen", wenn bewaffnete Konflikte nicht dauerhaft eingedämmt würden. Die Herausforderungen etwa im Jemen oder in Syrien seien erheblich.

Fortschritte verzeichnete der Welthunger-Index in zahlreichen Ländern vor allem in Lateinamerika, Asien und in Ländern der früheren Sowjetunion. So hatten etwa Brasilien, Peru und Venezuela sowie die Mongolei den größten prozentualen Rückgang ihrer Hungerwerte im Vergleich zum Jahr 2000 zu verzeichnen. Die Lage in Südasien und in Afrika südlich der Sahara blieb hingegen ernst.

eol DPA AFP

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