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Opferzahl noch unklar: Einstürzendes Hochhaus im Iran begräbt Feuerwehrleute unter sich

Das älteste Hochhaus in Irans Hauptstadt Teheran ist nach einem Brand eingestürzt und hat dabei Dutzende Feuerwehrleute unter sich begraben. Die Betreiber sind in der Vergangenheit mehrfach auf Missstände aufmerksam gemacht worden.

Iran: Teheran Einkaufszentrum eingestürzt

Rettungskräfte suchen in den Ruinen des Plasco-Gebäudes in Teheran im Iran nach Überlebenden. Das siebzehnstöckige Einkaufsgebäude ist nach einem Großbrand eingestürzt.

Ein siebzehnstöckiges Einkaufsgebäude ist in Irans Hauptstadt Teheran nach einem Großbrand eingestürzt. Das 42 Meter hohe Hochhaus war wegen eines Brandes heute morgen geräumt worden, doch dutzende Feuerwehrleute waren nach Behördenangaben im Einsatz, als es in sich zusammenstürzte. Mindestens 70 Feuerwehrmänner wurden nach Angaben der Rettungskräfte verletzt.

Einsturz live im iranischen Staatsfernsehen

23 bis 25 Feuerwehrleute seien unter den Trümmern gefangen, sagte Teherans Bürgermeister Mohammed Bagher Ghalibaf. Laut der Nachrichtenagentur Isna wurden drei Menschen lebend aus den Ruinen geborgen.

Die Bilder des Einsturzes wurden live im Staatsfernsehen gezeigt. Es war zunächst befürchtet worden, dass viele Feuerwehrmänner, die gerade das Feuer löschen wollten, bei dem Einsturz ums Leben gekommen sein könnten. Ein Feuerwehrsprecher bezeichnete alle Medienangaben diesbezüglich als unzuverlässig, weil die Bergungsarbeiten noch nicht beendet seien.


Auch die Angaben auf den sozialen Netzwerken seien nicht korrekt. Amtlich seien nur die Angaben der Feuerwehr und des Innenministeriums, so der Sprecher. 

Irans Behörden machten Betreiber auf Missstände aufmerksam

"Ich war drinnen, als ich plötzlich spürte, wie das Gebäude wackelte. Wir haben uns versammelt und sind raus, und Minuten später ist es eingestürzt", berichtete der Feuerwehrmann Ali. Nahe dem Unglücksort warteten zahlreiche Angehörige von Feuerwehrleuten auf Nachricht von ihren Lieben. "Ich will meinen Vater sehen, nur ganz kurz!" bat ein weinendes Mädchen. Der Vater kam schließlich mit rußgeschwärztem Gesicht, das Kind warf sich in seine Arme.

Der iranische Präsident Hassan Ruhani ordnete sofortige Ermittlungen zur Unglücksursache an. Laut Feuerwehrsprecher hätten die Behörden die Hausverwaltung in der Vergangenheit mehrfach auf mangelnde Brandsicherheit hingewiesen. So hätten Feuerlöscher gefehlt, in den Treppenhäusern sei Kleidung gelagert worden.

Das Einkaufsgebäude Plasco in der Teheraner Stadtmitte wurde vor 54 Jahren gebaut, es war das älteste Hochhaus der Hauptstadt und  eines der ersten Einkaufszentren in der Metropole. In der Nähe des Zentrums befinden sich auch die Botschaften Deutschlands und der Türkei, die beide nach dem Brand geschlossen wurden.

rös / dpa / AFP
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