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Jamaika: Jet schießt über Landebahn hinaus

Dramatische Sekunden auf dem Flughafen von Kingston: Eine Maschine der Fluggesellschaft American Airlines ist bei einer Bruchlandung über die Landebahn hinausgeschossen und in zwei Teile zerbrochen. Rund 90 Menschen wurden verletzt, einige von ihnen schwer.

Bei der dramatischen Bruchlandung einer Boeing 737-800 der Fluggesellschaft American Airlines auf Jamaika sind mehr als 90 Menschen verletzt worden. Die voll besetzte Maschine schoss am Dienstagabend (Ortszeit) während eines Gewitters bei der Landung auf dem Flughafen von Kingston über die Landebahn hinaus, durchbrach eine Absperrung und kam erst am Strand zum Stehen. "Das Flugzeug ist in zwei Teile auseinandergebrochen", sagte der jamaikanische Informationsminister Dary Vaz.

An Bord des Flugzeugs waren 148 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder, wie American Airlines mitteilte. Dutzende Verletzte wurden in nahe gelegene Krankenhäuser in der Umgebung gebracht, sagte Vaz. Die meisten Opfer erlitten Knochenbrüche sowie Schnitt- und Schürfverletzungen. Nach Angaben eines Flughafensprechers gab es vier Schwerverletzte. Alle Passagiere und die Besatzung seien aber aus dem Flugzeug in Sicherheit gebracht worden, erklärte ein Sprecher der Fluggesellschaft, Charley Wilson. Die meisten verletzten Passagiere konnten laut American Airlines am Mittwoch wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Passagiere berichten von chaotischen Szenen

Die American-Airlines-Maschine war von Washington über Miami nach Jamaika geflogen. An Bord waren den Angaben zufolge vor allem Jamaikaner, die zum Weihnachtsfest in ihre Heimat zurückkehren wollten. Passagiere berichteten von chaotischen Szenen, als das Flugzeug auf dem Boden aufschlug und mit Lärm über die Landebahn rutschte. "Es herrschte Panik", sagte eine Reisende. Als die Besatzung die Notausgänge geöffnet habe, hätten sich die Menschen zu den Luken gedrängt. Einige Menschen seien offenbar von herunterfallenden Gepäckstücken verletzt worden.

Eine Passagierin kritisierte, die Rettungskräfte seien erst mit Verspätung an der Unglücksstelle eingetroffen. Nachdem sie das Flugzeug verlassen hätten, hätten die Insassen 20 Minuten neben der Maschine auf Hilfe warten müssen. Airport-Sprecher betonten dagegen, die ersten Helfer seien binnen fünf Minuten vor Ort gewesen.

Nach dem Unglück wurde der Flughafen von Kingston für den Flugverkehr gesperrt, alle Flüge wurden nach Montego Bay im Westen der Insel umgeleitet. Beamte der US-Verkehrssicherheitsbehörde und der Luftfahrtbehörde nahmen die Ermittlungen auf.

DPA/AFP / DPA