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Kälteschock: Moskau bibbert bei minus 31 Grad

Schon einhundert Menschen hat der Winter in Russland das Leben gekostet. Allein in Moskau sind bei Rekord-Minus-Graden sieben Menschen erfroren. Und einige Meteorologen sagen noch tiefere Temperaturen voraus.

Eine sibirische Kaltfront hat die Temperaturen in der russischen Hauptstadt Moskau am Donnerstag auf minus 31 Grad sinken lassen - einer der niedrigsten gemessenen Werte seit 80 Jahren.

Innerhalb von 24 Stunden erfroren sieben Menschen, wie der Chef der Moskauer Rettungskräfte, Igor Elkis, sagte. Wegen geborstener Warmwasserleitungen waren in einer Ortschaft außerhalb von Moskau und in der sibirischen Region Tschita tausende Menschen ohne Strom.

Am Dienstag und Mittwoch waren wegen der extremen Kälte in Russland mindestens 24 Menschen gestorben, insgesamt fielen seit Winteranfang bereits 100 Menschen dem Frost zum Opfer. Zuletzt seien in der Region Nowgorod zwölf Menschen erfroren, zehn weitere im Gebiet um Wolgograd.

Die eisige Kälte konnte jedoch Mitglieder der russisch-orthodoxen Kirchen nicht hindern, ihren Feiertag mit einem Bad im Fluss zu feiern. Viele Gläubige ignorierten Warnungen von Ärzten und Priestern und schlugen Löcher in das dicke Eis auf den Flüssen. Dann sprangen sie in das Wasser und reinigten sich. "Hier drinnen ist es wärmer als draußen", rief ein Mann aus dem Fluss ans Ufer. "Hier sind es vier Grad, draußen minus 30 Grad."

Die Meteorologen rechnen für den Freitag mit einer leichten Entspannung der Lage und wärmeren Temperaturen von minus 20 Grad. Diese könnten sich jedoch wegen des scharfen Ostwindes deutlich kälter anfühlen. Ein staatlicher Fernsehsender berichtete dagegen, die Temperaturen in Moskau könnten weiter fallen und sogar minus 42 Grad erreichen.

Wegen des hohen Heizbedarfs erreichte der landesweite Stromverbrauch am Dienstag mit 146.000 Megawatt einen Rekord, wie der Energieversorger RAO mitteilte. Ein solcher Wert sei seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor 15 Jahren nicht erzielt worden. Da auch der Gasverbrauch in Russland anstieg, reduzierte der Staatskonzern Gasprom offenbar seine Exporte Richtung Westen.

Die Lieferungen an Ungarn seien eingeschränkt worden, und dies werde auch weitere Staaten treffen, berichtete die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf Unternehmenskreise. Alle betroffenen Kunden seien informiert worden. Es handele sich um eine vorübergehende Maßnahme.

Erst zu Jahresbeginn hatte Gasprom wegen eines Streits über den Lieferpreis für die Ukraine vorübergehend den Gashahn abgedreht, auch in Deutschland und anderen mitteleuropäischen Staaten fiel daraufhin der Druck in den Pipelines ab.

AP/DPA / AP / DPA