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Neue Ermittlungsergebnisse: Sechs Minuten vor dem Massaker von Las Vegas schoss Paddock auf einen Wachmann

Die Polizei von Las Vegas hat ihre Angaben zum Massenmord am 1. Oktober korrigiert. Anders als bisher angenommen hatte der Schütze Stephen Paddock schon kurz vor seiner Tat im Hotel auf einen Sicherheitsmann gefeuert.

Sechs Minuten bevor der Las-Vegas-Schütze Stephen Paddock 58 Menschen des "Route 91 Harvest Festival" erschoss und 489 weitere verwundete, hat er bereits einen Sicherheitsmann angeschossen. Das berichtete Sheriff Joseph Lombardo nun auf einer Pressekonferenz und korrigiert damit die bisherigen Angaben der Polizei, wonach Paddock minutenlang in die Menschenmenge feuerte , ehe Sicherheitskräfte zu seinem Zimmer in den 32. Stock des Mandalay Bay Resorts vorrückten

Stephen Paddock habe auf den Sicherheitsmann Jesus Campos gegen 21.59 Uhr geschossen. Dieser habe auf dem Flur eine Tür kontrollieren wollen, bei der der Alarm losgegangen war, teilte Lombardo mit. Aus der Suite von Paddock hatte Campos demnach Bohrgeräusche gehört und wollte diesen nachgehen. Paddock habe ihm durch die Tür seines Zimmers ins Bein geschossen. Sechs Minuten später, um 22.05 Uhr Ortszeit, habe er dann begonnen, auf die Besucher des Festivals zu feuern.

Warum die Polizei Paddock angesichts der Schüsse auf den Wachmann nicht eher orten konnte, erläuterte der Sheriff nicht. Bislang war Campos als Held gefeiert worden, weil die Ermittler davon ausgegangen waren, dass Paddock durch das Auftauchen des Wachmanns auf dem Gang davon abgehalten wurde, weiter aus dem Fenster auf Konzertbesucher zu schießen. Lombardo erklärte nun auf der Pressekonferenz, warum Paddock sein Morden nach zehn Minuten stoppte, wisse man bis heute nicht. Als die Polizei dessen Zimmer erreichte, sei der 64-Jährige bereits tot gewesen.

Die Suche nach dem Motiv geht weiter

Über das Motiv des Schützen gibt es weiterhin keine Angaben. Paddock war lange Zeit ein geradezu zwanghafter Spielautomaten-Nutzer und nahm das Beruhigungsmittel Valium gegen Angstzustände. Das berichtete der US-Fernsehsender CNN am Montag unter Berufung auf ein Gerichtsdokument aus dem Jahr 2013. Darin bezeichnete sich Paddock demnach selbst als "größten Videopoker-Spieler der Welt". Videopoker wird an Spielautomaten beispielsweise in Kasinos gespielt.

Paddock war 2011 in einem Hotel ausgerutscht und verklagte das Hotel später. In einem 97-seitigen Dokument für das Verfahren machte er zahlreiche Angaben über sich selbst. Das Dokument, aus dem CNN nun zitierte, wurde an die US-Bundespolizei FBI übergeben.

Las-Vegas-Schütze: "Niemand hat so viel und so lange gespielt wie ich"

"Niemand hat so viel und so lange gespielt wie ich", erklärte Paddock demnach. So habe er im Jahr 2006 "14 Stunden am Tag gespielt, 365 Tage im Jahr". Er pokere die ganze Nacht und schlafe tagsüber. In manchen Nächten habe er insgesamt um eine Million Dollar gespielt. Für ihn sei das nicht viel Geld. Trotz seines Wohlstands habe er seine eigenen Getränke in die Spielautomatensäle der Kasinos mitgenommen - um den Kellnerinnen kein Trinkgeld geben zu müssen. Paddock ließ sich demnach auch Valium gegen Angstzustände verschreiben. Seinen eigenen Angaben zufolge litt er aber nicht unter psychischen Problemen, hatte keine Suchtprobleme und war nicht vorbestraft.

Der 64-Jährige hatte am 1. Oktober in Las Vegas vom 32. Stock eines Hotels aus auf Konzertbesucher geschossen und dabei 58 Menschen getötet sowie hunderte weitere verletzt. Der Schütze tötete sich dann selbst. Sein Motiv ist nach wie vor unklar.

tyr / AFP