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Massaker in Las Vegas: "Ich fühlte ein Brennen": Hotel-Wachmann schildert erstmals Attacke von Attentäter Paddock

Er war das erste Opfer des Attentäters von Las Vegas: Der Wachmann Jesus Campos wurde von Stephen Paddock im Hotelflur angeschossen. Jetzt hat der 25-Jährige den dramatischen Vorfall in einer TV-Show geschildert.

Ein Polizist steht vor dem Hotel Mandalay Bay in Las Vegas

Ein Polizist steht vor dem Hotel Mandalay Bay in Las Vegas. Von einem Fenster im 32. Stock aus hatte der wohlhabende Rentner Stephen Paddock am 1. Oktober 58 Menschen erschossen und hunderte verletzt.

Zweieinhalb Wochen nach dem Massaker von Las Vegas hat der Hotel-Wachmann Jesus Campos erstmals öffentlich berichtet, wie er den Anschlag erlebte. Campos, der von dem Attentäter Stephen Paddock im Hotel Mandalay Bay angeschossen worden war, erschien mit einem Krückstock in der Sendung der US-Entertainerin Ellen de Generes.

Er sei auf dem Weg vom 31. ins 32. Stockwerk des Gebäudes auf eine mit einer Metallklammer blockierte Notausgangstür gestoßen und habe deshalb einen Techniker gerufen, erzählte Campos. Als er schließlich im 32. Stock angekommen sei, habe er Schnellfeuer gehört, das sich wie Bohrgeräusche angehört habe.

"Ich fühlte ein Brennen"

, der bei dem Anschlag 58 Menschen tötete und mehr als 500 verletzte, schoss durch seine geschlossene Zimmertür auf den Wachmann. 

"Zuerst ging ich in Deckung", erzählte Campos. "Ich fühlte ein Brennen. Ich wollte mein Hosenbein hochziehen und ich sah das Blut." In dem Moment habe er über Funk gemeldet, dass Schüsse gefallen seien.

Der von Campos gerufene Techniker des Mandalay Bay, Stephen Schuck, äußerte sich ebenfalls in der TV-Show: "Ich sah Jesus und fing an, Schüsse zu hören", sagte Schuck. "Zu dem Zeitpunkt wusste ich nicht, dass es Schüsse waren, ich dachte es wäre ein Presslufthammer."

Campos habe in angeschrien: "Geh' in Deckung, geh' in Deckung!" Wenn der Wachmann ihn nicht gewarnt hätte, wäre er getroffen worden, berichtete Schuck. Es sei nur eine Frage von Millisekunden gewesen. Kugeln "flogen hinter meinem Kopf vorbei und ich konnte den Druck spüren".

Motiv von Paddock noch immer unklar

Wie nach dem Anschlag bekannt wurde, hatte Paddock Kameras installiert, um die Bewegungen im Flur vor seinem Zimmer verfolgen zu können. Der 64 Jahre alte Heckenschütze hatte am 1. Oktober vom Mandalay Bay aus minutenlang tausende Schüsse auf die Besucher eines Freiluft-Country-Festivals abgefeuert und sich anschließend selbst erschossen.

Die Bundespolizei FBI hat derweil noch immer keinen Hinweis auf ein Motiv für die Bluttat des wohlhabenden Rentners. Es sei bislang keinerlei Indiz dafür gefunden worden, dass Paddock durch eine bestimmte "Ideologie oder Zugehörigkeit zu irgendeiner Gruppe" zu seiner Tat getrieben wurde, erklärten die Ermittler vergangene Woche. Kurz nach der Tat hatte der sogenannte Islamische Staat den Angriff für sich reklamiert und ohne jede Belege behauptet, Paddock sei einer ihrer "Soldaten". Die US-Ermittler bezweifeln dies jedoch.

mad

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