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Unfall in London: Polizei: Frau wird viermal überfahren - kein Fahrer stoppt und hilft

Bei einem Verkehrsunfall in London ist eine Frau ums Leben gekommen. Die Polizei glaubt, dass sie von zwei Lkw und zwei Autos überfahren worden ist - und niemand angehalten hat. Anwohner schildern die Kreuzung als sehr gefährlich.

Twitter-Userin Lychee postete ein Foto der Unfallstelle in London

Twitter-Userin Lychee postete ein Foto der Unfallstelle in London

Als die Frau an einer Ampel die Straße in London überquert, soll das Unglück passiert sein. Ein Lastwagen erfasst die Frau. Es ist Montagmorgen, kurz vor 7 Uhr, als die Frau überfahren wird. Dann überfahren wohl noch ein weiterer Lkw sowie zwei Autos die Frau, die auf Ende 20 oder Anfang 30 geschätzt wird. Keiner der Fahrer hält an, um dem Opfer zu helfen. Die Besatzung eines Rettungswagens ruft die Polizei und versucht vor Ort, das Leben der jungen Frau zu retten. Vergeblich. Um 7.21 Uhr wird sie für tot erklärt. So fasst die Pressemitteilung der Londoner Polizei den Unfall zusammen.

Nun sucht die nach den Fahrern oder Fahrerinnen der Fahrzeuge, die für den Tod der Frau verantwortlich sind. "Ich appelliere an jeden, der Zeuge des Unfalls und der Augenblicke danach wurden, mit uns Kontakt aufzunehmen", sagte Polizist Alastair Middleton, der die Ermittlungen leitet. "Ich bitte auch die Fahrer aller vier Fahrzeuge dringend, sich zu melden und mit meinem Team zu sprechen. Das Opfer ist noch nicht endgültig identifiziert, aber laut BBC konnten ihre Angehörigen inzwischen informiert werden.

Anwohner kritisieren Verkehrsführung

Auf Twitter machen sich unterdessen Trauer und Wut breit. User "Ross Runs" - nach eigenen Angaben Anwohner der Kreuzung, an der sich der Unfall ereignete - hat einen offenen Brief an den lokalen Abgeordneten Chuka Umunna geschrieben: "Sowohl als Fußgänger als auch als Autofahrer sage ich, dass die Kreuzung in Tulse Hill fördert das aggressivste Fahren, das ich in London erlebt habe. Wenn es das Gegenteil von Verkehrsberuhigung gibt, dann existiert es hier." Dann fragt er ob Umunna etwas über Verbesserungsversuche des Kreuzungsbereichs wisse. "Ich weiß, dass die aktuelle Gestaltung Fahrer dazu verleitet, bis zum Zebrastreifen zu beschleunigen und kaum jemand hält sich ans Tempolimit", schreibt "Ross Runs". "Wenn Sie hierher kämen und einmal fünf Minuten an egal welcher Ecke der Kreuzung stünden, wüssten Sie, was ich meine."


Zustimmung zum Brief bekommt "Ross Runs" von "Olivia Cook": "Das ist die furchteinflößendste Kreuzung, durch und über die man fahren kann. Die Leute fahren dort mit wahnsinniger Geschwindigkeit durch und schneiden einander." 


Auch "Richard Cann" scheint die Kreuzung zu kennen. "Das ist eine schreckliche Straße", twittert er. "Autos rasen dort immer, um in die richtige Spur zu kommen. Wie traurig für die Familie, dass niemand angehalten hat. Verachtenswert."


Der jungen Frau hilft die Empörung nicht mehr. Aber vielleicht hilft ihr Tod, dass Autofahrer an der Kreuzung künftig vorsichtiger fahren. Damit sich so etwas nicht wiederholt.


tkr
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