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Zufallsfund in Großbritannien Geheimgang aus 17. Jahrhundert in britischem Parlament wiederentdeckt

Prinz Harry steht an einem Pult und spricht in zwei Mikrofone. Über ihm eine Deko mit Blumen und Blättern




Der britische Prinz Harry hat sein Bedauern darüber zum Ausdruck gebracht, wie sein Rückzug von den royalen Pflichten geregelt worden ist. Er empfinde "große Traurigkeit" darüber, "dass es so weit gekommen ist", sagte Harry in einer am Sonntag von ihm im Internetdienst Instagram veröffentlichten Ansprache. Allerdings habe er keine "andere Wahl" gehabt.
Harry machte deutlich, dass ihn besonders der Verlust seiner militärischen Titel und Schirmherrschaften schmerzt, die er durch seinen zweimaligen Dienst als Soldat in Afghanistan erworben hatte. Seine Hoffnung sei gewesen, nach dem Verzicht auf öffentliche Gelder weiterhin "der Queen, dem Commonwealth und meinen militärischen Vereinigungen dienen" zu können. Doch dies sei nicht möglich gewesen.     Nach tagelangen intensiven Beratungen hatte der Buckingham-Palast am Samstag mitgeteilt, dass Harry und seine Frau Meghan nicht mehr den Titel "Königliche Hoheit" tragen und keine öffentlichen Gelder mehr erhalten werden. Die Steuermittel für die millionenteure Renovierung ihres Hauses wollen die beiden zurückzahlen.
Das Paar hatte vor anderthalb Wochen überraschend verkündet, sich weitgehend von seinen royalen Verpflichtungen zurückziehen und finanziell auf eigenen Füßen stehen zu wollen. Die beiden wollen künftig zeitweise in Nordamerika leben.
Harry sagte nun in der Ansprache vor Unterstützern seiner Hilfsorganisation für junge Menschen mit HIV in Afrika, die Entscheidung für den Rückzug von den royalen Pflichten habe er "nicht leichthin" getroffen. Sie sei nach monatelangen Gesprächen und jahrelangen "Herausforderungen" gefallen.
Zugleich bekundete der 35-Jährige seinen "höchsten Respekt" für Königin Elizabeth II. Er sei ihr sowie der übrigen Familie "unglaublich dankbar" für die Unterstützung, die sie ihm und Meghan in den vergangenen Monaten gegeben hätten.
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Er wurde seit mehr als 70 Jahren nicht mehr betreten: Im britischen Parlament wurde ein Geheimgang wiederentdeckt, der für die Krönungsfeier von König Charles II. im Jahr 1661 gebaut wurde.

Bei Renovierungsarbeiten im britischen Parlament in London ist ein längst vergessener Durchgang aus dem 17. Jahrhundert wiederentdeckt worden. Der Gang sei für die Krönungsfeier von König Charles II. im Jahr 1661 gebaut worden, erklärten Regierungsbeamte am Mittwoch. Ihnen zufolge wurde der geheimnisvolle Weg seit mehr als 70 Jahren nicht mehr betreten.

An den Wänden befinden sich noch Inschriften

Der Durchgang mit hölzernen Deckenbalken aus der Zeit seiner Entstehung habe sich hinter einer kleinen Holztür befunden, von der die meisten Menschen wohl angenommen hätten, dass sich dahinter ein Stromkasten verbarg, erklärten Historiker. Er führte demnach aus der Westminster Hall heraus, dem einzigen Parlamentsgebäude, das einen verheerenden Brand im Jahr 1834 überlebt hatte. 

Lindsay Hoyle (l.), Sprecher im britischen Unterhaus, wird der wiederentdeckte Geheimgang gezeigt
Lindsay Hoyle (l.), Sprecher im britischen Unterhaus, wird der wiederentdeckte Geheimgang gezeigt
© UK Parliament/Jessica Taylor/ / Picture Alliance

 

Nachdem der Gang 1807 zugemauert wurde, sei er im Zuge des Wiederaufbaus nach dem Brand geöffnet und 1851 wieder geschlossen worden, erklärten Experten. An den Wänden befinden sich noch Inschriften der Maurer aus dem 19. Jahrhundert, darunter der Spruch eines offensichtlich großen Bierliebhabers: "Dieser Raum wurde von Tom Porter gemauert, der ein großer Fan von Ould Ale war." 

Der Gang sei für die Krönungsfeier von König Charles II. im Jahr 1661 gebaut worden, erklärten Regierungsbeamte
Der Gang sei für die Krönungsfeier von König Charles II. im Jahr 1661 gebaut worden, erklärten Regierungsbeamte
© UK Parliament/Jessica Taylor/ / Picture Alliance

   

"Es ist unglaublich"

Bei Gebäudearbeiten nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Durchgang entdeckt, eine elektrische Beleuchtung installiert und die kleine Holztür eingesetzt. Das kleine Schlüsselloch in der Tür geriet laut Historikern jedoch schnell in Vergessenheit - bis heute.     

Bei Gebäudearbeiten nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Durchgang entdeckt
Bei Gebäudearbeiten nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Durchgang entdeckt
© UK Parliament/Jessica Taylor/ / Picture Alliance

"Es ist unglaublich, dass dieser Gang im Laufe der Jahrhunderte von so vielen wichtigen Personen benutzt wurde", sagte Lindsay Hoyle, Sprecher des Unterhauses, über die Entdeckung. So sollen der berühmte Chronist von Charles II., Samuel Pepys, und der formell erste Premierminister Großbritanniens, Robert Walpole, den Durchgang genutzt haben. 

fs AFP

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