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Massenpanik auf Pilgerfahrt: Überlebende schildern Chaos bei der Pilgerfahrt

Hunderte Menschen kamen bei der Massenpanik von Mekka im Gedränge um. Die Behörde macht die Pilger selber verantwortlich, diese sprechen jedoch von chaotischen Zuständen und blockierten Straßen.

Millionen Muslime machen sich jedes Jahr auf die Pilgerfahrt nach Mekka, um am Fuße der Kaaba, dem Haus Gottes, in der großen Moschee zu beten. 

Millionen Muslime machen sich jedes Jahr auf die Pilgerfahrt nach Mekka, um am Fuße der Kaaba, dem Haus Gottes, in der großen Moschee zu beten. 

Nach der während der islamischen mit Hunderten Toten und Verletzten hat der saudische König Salman eine rasche Aufklärung der Tragödie angekündigt. Das Staatsoberhaupt sprach in einer TV-Ansprache von einem "traurigen Unfall". Eine BBC Journalistin, die Zeuge der Panik wurde, erzählt von Menschen, die über andere Menschen kletterten, um zu einem sichereren Platz zu kommen. "So sind einige Menschen gestorben", erklärt sie: "Sie sind gefallen und haben nach Hilfe gesucht, aber da war keiner, der ihnen die Hand reichen konnte." Salman kündigte eine Überprüfung der bestehenden Sicherheitsvorkehrungen an, im Bemühen, diese weiter zu verbessern. Warum die Katastrophe trotz Milliarden-Investitionen der Behörden in ein Sicherheitskonzept geschehen konnte, war zunächst unklar.

Der saudische Gesundheitsminister Khaled al-Falih machte die Pilger für die Massenpanik verantwortlich. Einige von ihnen hätten sich nicht an die vorgegebene Gruppenaufteilung gehalten und Anweisungen missachtet. Der Iran hingegen gab den Behörden eine Mitschuld. "Die 

Saudis haben ohne Grund einen Teil der Route der Pilger blockiert, was zu dem Andrang und letztendlich auch der Tragödie führte", sagte der Leiter des Auswärtigen Ausschusses im Teheraner Parlament, Alaeddin Borudscherdi. Ein Pilger erzählte Reportern der BBC von den chaotischen Zuständen während seiner Fahrt mit dem Zug nach Jamarat, der über eine halbe Stunde im Nirgendwo stoppte: "Ich habe erfahrend, dass der Zug verspätet war, weil der Saudi-König selber gerade auf Pilgerfahrt war und sie wollten niemanden nach rein lassen. Sie stoppten Züge und blockierten Straßen. Und als er fertig war, wollten alle auf einmal herein." Zwei Pilgerströme sollen anschließend aufeinander getroffen sein. 

Pilgergruppen sollten sich eigentlich nicht kreuzen

Nach einem schweren Unglück im Jahr 2006 hatte es an der Stätte mehrere Umbauten gegeben, die für einen reibungslosen Strom der Pilger sorgen und einen Massenandrang verhindern sollten. Damals waren bei einer Massenpanik mehr als 350 Gläubige zu Tode getrampelt worden. Deswegen werden die Pilger nun eigentlich so geleitet, dass sich ihre Wege nicht mehr kreuzen. Immer wieder kommt es während der Wallfahrt zu Unglücken. Wenige Tage vor Beginn des diesjährigen Hadsch starben mehr als 100 Menschen, als ein Kran bei einem Unwetter auf die Große Moschee stürzte. Beim bislang schwersten Unglück in Mekka waren im Jahr 1990 bei einem Gedränge mehr als 1400 Menschen ums Leben gekommen.

eol / DPA
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