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Massenpanik nahe Mekka: "Steinigung des Satans" wird Hunderten zum Verhängnis

Über zwei Millionen Menschen nehmen an der Hadsch teil. Bei so vielen Pilgern kann selbst ein kleines Gedränge eine Massenpanik auslösen. Auf dem Weg zur rituellen Steinigung des Satans kommt es zur Katastrophe.

Verwundete bei Mekka werden versorgt

Helfer bringen nach der Massenpanik in Mina Verletzte in ein Krankenhaus: Die Zahl der Opfer mussten die Behörden, die anfangs von etwa hundert Toten gesprochen hatten, im Laufe des Tages mehrfach nach oben korrigieren. Am Nachmittag meldete der Zivilschutz über den Internet-Kurzbotschaftendienst Twitter mindestens "717 Tote und 805 Verletzte" aus verschiedenen Ländern.

Bei einer der schlimmsten Katastrophen während der islamischen Wallfahrt sind in einer Massenpanik nahe mindestens 717 Menschen ums Leben gekommen. 863 Gläubige seien in dem Ort Mina verletzt worden, meldete die saudische Zivilverteidigung am Donnerstag. Die saudischen Behörden hatten vorab mehrere Milliarden in ein neues Sicherheitskonzept investiert. 

Trotzdem kam es am Donnerstagmorgen an einer Kreuzung in Mina plötzlich zu einem Stau, wie die Zivilverteidigung erklärte. Dann sei eine ausgebrochen. Entlang dieser Route ziehen die Gläubigen am dritten Tag der Wallfahrt von ihren Schlafzelten in Richtung einer fünfstöckigen Fußgängerbrücke, wo sie Steine auf Säulen werfen, die den Teufel symbolisieren.

Auf Pilgerfahrt nach Mekka kommt es immer wieder zu Vorfällen

Bundespräsident Joachim Gauck hat dem saudischen König Salman nach der Katastrophe mit mehr als 700 Toten während der islamischen Hadsch sein Beileid ausgesprochen. "Mit Bestürzung habe ich erfahren, dass sich in Mekka kurze Zeit nach dem Kranunfall erneut ein großes Unglück zugetragen hat", schrieb Gauck am Donnerstag an König Salman bin Abdelasis al-Saud. "Ich möchte Ihnen, Majestät, auch im Namen meiner Landsleute, meine tief empfundene Anteilnahme aussprechen. Meine Gedanken sind bei den Opfern und bei ihren Familien. Ihnen gilt unser ganzes Mitgefühl." 

Immer wieder kommt es in der für Muslime heiligen Stadt während der Wallfahrt zu folgenschweren Unglücken. Bei der bislang schwersten Katastrophe in Mekka waren im Jahr 1990 bei einem tödlichen Gedränge mehr als 1400 Menschen ums Leben gekommen.

law / AFP / DPA