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Riesiger Polizeieinsatz Uni-Wachmann schießt sich in Schulter und erfindet schwarzen Angreifer

Ein Hand hält eine Pistole (Symbolbild)
Der Sicherheitsmitarbeiter der Uni durfte von Berufswegen keine Waffe tragen und hatte seine eigene Pistole dabei (Symbolbild)
© Laurent Hamels/Picture-Alliance
Einem 25-jährigen Sicherheitsmann an einer US-Uni unterläuft ein Missgeschick mit seiner Waffe. Weil er eigentlich keine haben durfte, denkt er sich einen schwarzen Angreifer aus und sorgt so für einen stundenlangen Polizeieinsatz.

Ein Sicherheitsmann an einer Universität im US-Bundesstaat Minnesota hat sich selbst aus Versehen in die Schulter geschossen und die Schuld dafür einem imaginären "schwarzen Mann" in die Schuhe schieben wollen. Das berichten unter anderem der "Minnesota Star Tribune" und die britische BBC. Der 25-Jährige hantierte demnach bereits am Dienstagabend auf dem Campus mit seiner Privatwaffe, als sich versehentlich ein Schuss löste und ihn in die Schulter traf. Daraufhin fürchtete er der Polizei zufolge um seinen Job, weil er als Sicherheitswächter der Uni keine Waffe tragen durfte. Daher habe der Mann den Notruf gewählt und angegeben, von einem afro-amerikanischen Mann "mit kurzem Afro" angegriffen und beschossen worden zu sein.

Die Polizei war nach eigenen Angaben von Anfang an etwas skeptisch, was die Geschichte des Wachmanns anging. Daher habe man die angebliche Täterbeschreibung nicht veröffentlicht. Dennoch rückte die Polizei den Berichten zufolge mit 55 Beamten, vier Hunden und einem Hubschrauber aus und suchte das Campus-Gebiet stundenlang ab. Rund 1800 Studenten der St. Catherine University in St. Paul durften demnach stundenlang ihre Zimmer nicht verlassen. 

Universität: Aussagen des Wächters "tief verstörend"

Als sich trotz intensiver Suche niemand finden ließ, sei dann der Angeschossene erneut befragt worden. Dabei habe er zugegeben, sich den Angreifer ausgedacht zu haben. Ende Oktober muss er sich demnach vor Gericht dafür verantworten, fälschlicherweise eine Straftat gemeldet zu haben.

Der Präsident der Universität distanzierte sich am Donnerstag öffentlich von seinem Angestellten. Die Aussagen über die ethnische Zugehörigkeit des angeblichen Verdächtigen seien "tief verstörend" und entsprächen "nicht unseren Werten". Mit mehreren Statements unterstrich die Bildungseinrichtung dies auch auf ihrer Facebook-Seite.

Der 25-jährige Sicherheitsmann konnte mit der Aktion nicht verhindern, was er bereits befürchtet hatte. Die Universität trennte sich nach 15 Monaten Arbeitszeit von ihm.

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