Münsterland Strom an, Strom aus, Strom an


Nach einer vierten lichtlosen Nacht sind am Morgen 35.000 Menschen im Münsterland wieder mit Strom versorgt worden. Am Abend war in einigen Orten die bereits reparierte Elektrizitätsversorgung wieder abgeschaltet worden - wegen Regens.

Mehr als 90.000 Menschen im Münsterland haben nach dem Schneechaos vom Wochenende die Nacht erneut ohne Strom verbracht. Für viele von ihnen war es bereits die vierte Nacht ohne Heizung, Licht und Strom. Am Morgen wurden rund 35.000 Menschen wieder an das Stromnetz angeschlossen worden. Die Zahl der Einwohner, die nach dem plötzlichen Wintereinbruch am Wochenende ohne Elektrizität auskommen müssen, reduzierte sich damit gegenüber dem Vorabend um mehr als die Hälfte, wie die Bezirksregierung Münster mitteilte. 25.000 Einwohner warteten weiter auf eine Wiederherstellung der Stromversorgung. "Wir gehen davon aus, dass das Netz in Borkhorst und Burgsteinfurt jetzt wieder hergestellt ist", sagte eine Sprecherin der Bezirksregierung. In diesen beiden Orten musste die Stromversorgung am Montagabend abgeschaltet werden, weil ein Strommast im nahe gelegenen Horstmar einzustürzen drohte.

Knapp 500 Menschen mussten am Montagnachmittag in Horstmar ihre Wohnungen verlassen, weil ein Strommast eingeknickt war und sich zur Seite gedreht hatte. Die Feuerwehr konnte den Mast jedoch rechtzeitig stabilisieren und ein Umstürzen verhindern, hieß es. Dadurch konnten die Menschen noch am Abend wieder in ihre Häuser zurückkehren. Der Strommast sei soweit aufgebaut und das Netz könne nach und nach in Betrieb genommen werden, sagte eine Sprecherin. Der Strom war abgeschaltet worden, nachdem es stark auf die vereisten Überlandleitungen geregnet hatte und ein Reißen der bereits gefährlich tief hängenden Stromleitungen drohte.

Ochtrup wird von Generatoren versorgt

In Ochtrup entspannte sich die Lage in der Nacht weiter. Mittlerweile würden rund 80 Prozent der 20.000 Einwohner über mobile Generatoren wieder mit Strom versorgt, hieß es. Auch in den Außenbereichen und auf landwirtschaftlichen Gehöften fände eine Versorgung bis zu 70 Prozent statt.

Netzbetreiber weisen Kritik zurück

Kritik an den massenhaften Stromausfällen in Teilen Nordrhein- Westfalens durch das Schneechaos wiesen Netzbetreiber und Stromwirtschaft am Montag zurück. Allein die extreme Wettersituation habe zu den Problemen geführt. RWE lehnte eine Haftung für die Kosten des Debakels ab. Es handele sich um einen Fall von höherer Gewalt. Politiker verlangten vom Stromversorger RWE Aufklärung. Mit Investitionen über rund 40 Milliarden Euro soll das deutsche Stromnetz laut Verband der Netzbetreiber (VDN) in den nächsten 15 Jahren modernisiert werden.

DPA/AP AP DPA

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