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Asien-Urlaub Norwegerin rettet hilflosen Welpen von der Straße – drei Monate später stirbt sie

Straßenhund Tollwut Philippinen
Hunde, die auf der Straße leben, können durch Bisse Tollwut auf den Menschen übertragen. (Symbolbild)
© Malte Christians/ / Picture Alliance
Eine 24-jährige Norwegerin kümmert sich im Asien-Urlaub um einen verwahrlosten Welpen. Als sie zurück in Norwegen ist, wird sie plötzlich ins Krankenhaus eingeliefert und verstirbt einige Tage später. Die Todesursache: eine Infektion. 

Brigitte Kallestad reiste im Februar gemeinsam mit Freunden und Familie auf die Philippinen. Was ein unvergesslicher Trip ins Paradies werden sollte, endete für die Gruppe aus der norwegischen Gemeinde Fjell in einer Tragödie. Doch dazu kam es erst mehrere Wochen nach dem Urlaub. Die 24-jährige Brigitte starb am Montag in einem norwegischen Krankenhaus an Tollwut. Das berichtet das norwegische Nachrichtenportal "Dagbladet". Was war geschehen?

Während des Aufenthalts auf den Philippinen entdeckte Brigitte bei einer Fahrt auf dem Moped einen hilflosen Welpen am Straßenrand. Die 24-Jährige nahm den Hund daraufhin mit nach Hause, um sich um ihn zu kümmern und ihn zu pflegen.

Tollwut erst Wochen später diagnostiziert

Der junge Hund erholte sich schnell und war einige Tage später wieder so fit, dass Brigitte und ihre Familie mit ihm im Garten tobten und spielten. Wie es bei Welpen üblich ist, schnappte der verspielte Hund des Öfteren nach den Fingern seiner menschlichen Spielkameraden, einige Kratzer und ein paar leichte Bisse waren das Resultat. Auf den ersten Blick also nichts Ernsthaftes. Die im Gesundheitswesen beschäftigte Brigitte desinfizierte die kleinen Wunden dennoch, danach kümmerte sich allerdings keiner mehr ernsthaft um die leichten Bissspuren.

Einige Wochen nach ihrer Rückkehr fühlte sich Brigitte plötzlich unwohl und suchte ein Ärztezentrum auf. Dort konnten die Mediziner zunächst keine Ursache für die Beschwerden finden. Daraufhin wurde die junge Skandinavierin in ein größeres Krankenhaus gebracht. Erst in der dortigen Notaufnahme folgte dann die Schockdiagnose: Brigitte hatte sich durch die kleinen Bisse des Hundes mit Tollwut infiziert. Acht Tage später starb sie an den Folgen der Erkrankung.

Tollwut-Impfung hätte ihr das Leben gerettet

Dass die Krankheit für die 24-Jährige tödlich endete, ist tragisch, wäre aber dennoch vermeidbar gewesen. Wie das norwegische "Dagbladet" berichtet, habe Brigitte vor ihrer Reise auf die Philippinen keine Tollwut-Impfung erhalten, weil dies nicht erforderlich gewesen sei. Die Familie der Norwegerin wandte sich mit rührenden Worten an das "Dagbladet" und will, dass die Impfung künftig zur Pflicht wird: "Unsere liebe Birgitte liebte Tiere. Wir befürchten, dass dies auch anderen passieren wird, die wie sie ein großes Herz haben. Wir möchten, dass dieser Impfstoff in das Programm für Orte aufgenommen wird, an denen Tollwut vorkommen kann, und dass die Menschen sich der Gefahren bewusst werden". Die Familie hofft, dass durch eine Anpassung zukünftig Leben gerettet werden können.

Mit Tollwut sind vor allem wilde Tiere infiziert. In selten Fällen übertragt sich der Erreger auch auf Menschen und Nutztiere. Eine Impfung gegen Tollwut verhindert die Infektion.

Quellen: "Dagbladet", Göttinger Tageblatt"

fk

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